Stadtwerke Trier gestalten Bahnhofsgelände neu: Fahrradstation, öffentliche Toiletten und Räume der Bundespolizei für 900 000 Euro

Trier · Fahrradgarage, öffentliche Toiletten, Niederlassung der Bundespolizei, Werkstatt- und Verkaufsbereich und ein Parkplatz: All das soll bis Ende 2017 gleich neben dem Bahnhofsgebäude entlang des Gleises 10 Süd entstehen.

Streik der Bahnbeschaeftigten, hier die Situation im Bahnhof Trier. Die wenigen Zuege die fahren sind ueberfuellt. TV-Foto: Friedemann Vetter

Foto: Friedemann Vetter

Touristen oder Pendler, die Ende 2017 am Trierer Hauptbahnhof ankommen, haben die Wahl: Sie können in den Bus steigen, ein Auto vom Carsharing-Parkplatz nutzen oder sich aufs Fahrrad oder E-Bike setzen. Wer sein Rad dabei hat und zu Fuß weiter möchte, kann es gleich am Bahnhof überdacht und überwacht unterstellen. Denn die neue Fahrradstation, die die Stadtverwaltung seit 2008 in der Schublade hat, wird nun umgesetzt. "Nach vielen Jahren ist ein großer Trierer Wunsch in Erfüllung gegangen", sagt Oberbürgermeister Wolfram Leibe.

Ende 2017 soll es nach den Planungen der Stadtwerke Trier so weit sein: 164 Stellplätze sind auf zwei Ebenen geplant. Die Kapazitäten ließen sich problemlos erweitern, erklärt SWT-Architekt Christian Reinert. Auch E-Bike-Anschlüsse sind vorgesehen. "Es soll eine voll automatisierte Anlage werden", sagt Reinert. Die Fahrradfahrer könnten die Garage nach einer Registrierung rund um die Uhr mit einer Chipkarte über ein Drehkreuz betreten. Wie viel ein Stellplatz kosten wird, ist noch nicht klar. Aber die SWT spreche von bürgerfreundlichen Preisen, sagt Leibe. Auch touristische Fahrradleihsysteme oder Citybikes seien angedacht, sagt SWT-Vorstand Arndt Müller.

Mit der neuen Station würden die Fortbewegungsmöglichkeiten Zug, ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) und Fernbus mit individuellem Carsharing (Nutzung eines Autos von mehreren Menschen) oder Fahrrad verbunden. "So wird das Mobilitätskonzept am Hauptbahnhof vervollständigt." 900.000 Euro soll der Neubau kosten. Die Stadtwerke hoffen auf eine großzügige Förderung des Landes. Neben der Fahrradstation ist eine barrierefreie Toilettenanlage, ein neues Gebäude für die Bundespolizei und ein Werkstatt- und Verkaufsbereich - betrieben vom Bürgerservice - geplant. Außerdem ein Parkplatz für den Ausbau des Carsharings und von E-Tankstellen. Dafür werden sämtliche Gebäude entlang des Gleises 10 Süd - der ehemalige Expressgutschuppen der Bahn - abgerissen. "Die Gebäude sind in einem erbärmlichen Zustand", sagt Reinert. Dieses Gelände kaufen die Stadtwerke Trier der Deutschen Bahn nun ab. "Ja, es stimmt, es hat lange gedauert, ja, es stimmt, wir haben hart verhandelt, aber immer auf Augenhöhe", sagt der Konzernbevollmächtigte für die Region Rheinland-Pfalz/Saarland, Jürgen Konz. Er überreicht Leibe symbolisch einen Kaufvertrag. Der hält ihn hoch: "Ich hab' ihn, haben es alle gesehen?" Leibe nennt das Ergebnis einen fairen Kompromiss für beide Seiten.

Zum Grundstückspreis des 1200 Quadratmeter großen Geländes äußern sich Stadtwerke und Bahn nicht. Leibe blickt zuversichtlich in die Zukunft: "Es ist der erste Baustein für die Zusammenarbeit mit der Bahn, auch in 2016. Wir werden hier nicht haltmachen", sagt er und spielt auf die fehlende Fernverbindung in Trier an: "Wenn künftig die Bürger aus dem ICE aussteigen und sich aufs Fahrrad setzen.... Mehr sag' ich jetzt nicht, Herr Konz." Er lacht.