Städtebus statt Stadtbus

Die Stadtwerke Trier (SWT) und die Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV) wollen ab 2012 gemeinsam Schweich anfahren. Vorgesehen ist ein 40-Minuten-Takt zwischen beiden Städten. Bestätigen wollen das die Verantwortlichen aber noch nicht.

Trier/Schweich. So könnte aus dem Trierer Stadtbus ein Städtebus werden: Jeder zweite Wagen der Linie 8, die bisher im 20-Minuten-Takt zwischen den Trierer Stadtteilen Mariahof und Ehrang/Quint verkehrt, fährt weiter ins benachbarte Schweich. Das bringt eine regelmäßige Verbindung im 40-Minuten-Abstand zwischen beiden Städten, die bislang per Bus auf der linken Moselseite lediglich über die RMV-Linie 212 und in unregelmäßigem Takt miteinander verbunden sind.
Fahrgäste profitieren von Planung


Mit Inkrafttreten des 2012er Stadtbus-Fahrplans am 9. Januar könnte die neue Linie 8 an den Start gehen. Doch die Verantwortlichen der SWT-Verkehrs-GmbH und der RMV hüllen sich noch in Schweigen.
Stadtwerke-Verkehrschef Frank Birkhäuer bestätigt lediglich: "Wir führen derzeit Gespräche unter anderem mit der RMV und der Verbandsgemeinde Schweich, um die Busanbindung zwischen Trier und Schweich zu verbessern."
Eine solche Verbesserung wäre im Sinne vieler Fahrgäste und könnte zusätzliche Kunden für den Bus gewinnen. Profitieren würden insbesondere Berufstätige und Schüler, die von Schweich nach Trier müssen. Ebenso Trie rer mit Ziel Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium oder Freibad Schweich.
Auch die Verkehrsunternehmen wären Nutznießer. Denn heute fahren die Linien 8 und 212 auf der selben Route zwischen Trier-Mitte und Quint. Da macht es Sinn, Doppelverkehr zusammenzulegen und Synergieeffekte zu nutzen. Sechs Gelenkbusse setzt der SWT-Verkehrsbetrieb gleichzeitig auf der Route der Linie 8 in beide Richtungen ein. Der (unbestätigte) Kooperationsbeitrag der RMV könnte darin bestehen, bisherige 212er-Busse in den Umlauf der Stadtbusse einzubinden; sprich: ein Umlauf der Linie 8 würde von einem RMV-Bus gefahren.
Auch im Sternbus-Verkehr (abends sowie an Wochenenden und Feiertagen) wäre eine Kooperation möglich. Nach TV-Informationen sollen einzelne Fahrten der Linie 87 (Endstation bisher: Schloss Quint) bis Schweich führen und die Lücken dazwischen mit einem RMV-Anschlussbus gefüllt werden. Die mangelnde Auskunftsfreude der Verkehrsbetriebe ist in gewisser Hinsicht verständlich, denn bislang gibt es weder Verträge noch die Genehmigung durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM). Außerdem muss die neue Schweicher Endstation in der Bahnhofstraße (Nähe Kreisel beim Kindergarten) noch gebaut werden.
Berthold Biwer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Schweich, mochte sich auf TV-Anfrage ebenfalls nicht äußern, bestätigte aber indirekt, dass etwas im Busch ist. Er verwies auf ein in Kürze stattfindendes Pressegespräch auf Einladung des Städtenetzes Konz-Trier-Schweich. Thema: Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr.