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Standort-Fahndung erfolgreich

Standort-Fahndung erfolgreich

Rund vier Millionen Euro investieren die Stadtwerke Trier in Umbau und Erweiterung ihres Gebäudes in der Straße "Weberbach". Hauptmieter soll die Bundespolizei-Inspektion Trier werden, die zuvor intensiv nach einem neuen Standort gefahndet hat.

Trier. Freitagmittag, Weberbach Nummer 50 in Trier. Bei aufgeräumter Stimmung treffen sich etliche Teilnehmer einer Gesprächsrunde wieder, die am Abend zuvor entscheidende Weichen gestellt haben. Ergebnis der Zusammenkunft auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster (CDU): Die Bundespolizei-Inspektion Trier bekommt ein neues Zuhause (volksfreund.de berichtete exklusiv).

Dazu dient künftig ein fünfstöckiges Gebäude der Stadtwerke Trier, das zwischen Stadtbibliothek und Stadtbad liegt und derzeit weitgehend leer steht. Erdgeschoss und Keller nutzt die Telekommunikationsgesellschaft Trilan. Das Tochterunternehmen der Stadtwerke soll auch künftig einige Büros belegen, da eine komplette Verlagerung der technischen Einrichtung im Keller nicht möglich ist.

Der weitaus größte Teil der auf 2500 Quadratmeter aufzustockenden Nutzfläche wird an die Bundespolizei vermietet, darunter die frühere Direktoren-Wohnung im Dachgeschoss. Schöner Nebeneffekt: Von dort haben die Beamten einen herrlichen Ausblick auf die Kaiserthermen.

Rücksicht auf die sensible Nachbarschaft



Diese städtebaulich sensible Nachbarschaft war auch der Hauptgrund für einen Architekturwettbewerb der Stadtwerke zu dem Standort. Im Mai 2008 zeichnete die Jury die "AV 1 Architekten" aus Kaiserslautern mit dem ersten Preis aus.

Nach deren Konzept beginnt im Sommer 2009 der aufwendige, umweltgerechte Umbau des Gebäudes, das entkernt und erweitert wird. Reine Baukosten: rund vier Millionen Euro. Die Projektsteuerung übernimmt die Schroll Ingenieursgesellschaft. "Irgendwann wollen wir die ganze Ecke hier neu gestalten", kündigt Stadtwerke-Vorstand Olaf Hornfeck an.

Der Innenausbau ist noch offen, so dass die speziellen Sicherheits-Bedürfnisse der Polizei berücksichtigt werden können. Die Einzelheiten des Mietvertrags müssen Stadtwerke und Bundespolizei noch aushandeln. Im Gespräch ist eine Vertragsdauer von zunächst fünf oder zehn Jahren.

"Hier sind wir wahrnehmbar in der Innenstadt, haben eine gute Verkehrsanbindung, kurze Wege zu Bahn und Grenze", stellt René Kexel, neuer Leiter der Bundespolizei-Inspektion Trier, sehr zufrieden fest. Bernhard Kaster ist zuversichtlich, dass die Bundespolizei den sogenannten Beschaffungsauftrag an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bald offiziell erteilt: "Die nötigen Haushaltsmittel des Bundes stehen zur Verfügung."

Geplanter Einzugstermin: Herbst 2010.

Meinung

Zweiter Anlauf zum Glück

Besichtigungen eines möglichen neuen Standorts für die Trierer Bundespolizei gab es schon einmal. Die Hoffnung auf den Einzug ins Post-Gebäude am Bahnhof erfüllte sich jedoch nicht, da das Polizeipräsidium Trier und damit das Land den Vorzug erhielt. Entsprechend groß ist der Druck auf alle Beteiligten, dass es diesmal wirklich klappt. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Partner den Handel kurzfristig unter Dach und Fach bringen. Bernhard Kaster scheint ein echter Überraschungs-Coup zu gelingen. Der Stadt Trier wiederum steht es bestens zu Gesicht, über die Stadtwerke als Vermieter das Verhältnis zu der aus vielen Gründen begehrten Bundespolizei zu pflegen. m.hormes@volksfreund.deEXTRA Struktur der Bundespolizei: Die Bundespolizei-Inspektion Trier gehört zur Bundespolizei-Direktion Koblenz, die wiederum dem Präsidium in Potsdam unterstellt ist. Die Trierer nehmen bahn- und grenzpolizeiliche Aufgaben in den ehemaligen Regierungsbezirken Trier und Koblenz wahr. Als Außenstellen dienen die sogenannten Reviere in Koblenz, Prüm und auf dem Flughafen Hahn. Durch die Strukturreform mit Personalzuwachs stößt der bisherige Standort in der Zurmaiener Straße in Trier an räumliche und technische Grenzen, so dass der Umzug dringend notwendig wird. (cus)