Standortvorteil

Leserbrief zum Artikel "Trümmer-Debatte in nächster Runde" (TV vom 3./4. Oktober):

Der Stadtplaner, Herr Schuh, stellt die Schaffung von Barrierefreiheit für Behinderte am Bahnhof Schweich als "Riesenproblem" dar, weil dies mit gewaltigem Aufwand verbunden sei. Er geht deshalb sofort in die Abwehrposition und erläutert, dass bei unverhältnismäßigem Aufwand auch vom Fördergrundsatz der Barrierefreiheit abgewichen werden kann. Warum nimmt man den gesetzlichen Auftrag zur Herstellung der Barrierefreiheit nicht als Herausforderung an und sagt: "Wir nehmen diese Herausforderung an und bauen den Schweicher Bahnhof - wenn irgendwie möglich - barrierefrei um." Vielleicht gelingt das nur schrittweise nach und nach, möglicherweise stellt sich bei näherer Prüfung heraus, dass manches auch nicht geht. Alte Bausünden lassen sich unter Umständen nicht mehr korrigieren, aber man darf es doch nicht von vorneherein wegen angeblicher "Unverhältnismäßigkeit" ablehnend darstellen. Die Menschen werden älter, Mobilitätseinschränkungen werden deshalb zunehmen. Barrierefreiheit - gerade von Verkehrseinrichtungen - wird deshalb immer wichtiger. Zudem kommt die Barrierefreiheit nicht nur Menschen mit Behinderung zugute, sondern erleichtert allen Menschen das Leben, so Eltern mit Kinderwagen und - gerade am Bahnhof - Reisenden mit Koffern und Lasten. Hier könnte der Schweicher Stadtrat Pionierarbeit leisten: Er könnte einen Grundsatzbeschluss fassen, dass der Schweicher Bahnhof, wenn er denn saniert werden sollte, möglichst barrierefrei ausgebaut wird. Denn Barrierefreiheit wird in Zukunft ein Standortvorteil sein. Lydia Schäffer, Schweich