Starker Auftakt, verregnete Fortsetzung
Trier · Der Auftakt zum Heiligkreuzer Brunnenfest hätte besser nicht sein können. 3000 Besucher kamen allein am Samstag zum Platz neben der Kirche. Am Sonntag trübten Regen und Gewitter zeitweise die Stimmung.
Trier. Rechtzeitig vor dem Brunnenfest in Heiligkreuz schließen am Samstag die himmlischen Ventile. Wer aufgrund der starken Niederschläge in der Nacht und am Morgen um die Feier gefürchtet hat, wird beruhigt. Bei sommerlichen 23 Grad und wolkenlosem Himmel kann Theo Wolber sein erstes Brunnenfest als Ortsvorsteher eröffnen.Kurz nach 19 Uhr sind es schon mehr als 500 Festbesucher, die den Platz rund um den Brunnen mit Leben bevölkern. Während auf der Bühne die Unplugged Gang die ersten Oldies anstimmt, haben die Ausschankkräfte an den beiden Bier-Pavillons und dem Weinbrunnen bereits alle Hände voll zu tun.Das Publikum auf dem Festplatz ist bunt gemischt, Jung und Alt feiern fröhlich Seite an Seite. Dann die Eröffnungsansprache des Ortsvorstehers. Er freut sich über das Wetter. Gestern noch habe das zwölfköpfige Aufbauteam seine Zweifel gehabt, ob das Fest überhaupt stattfinden könne. Ob die Berichterstattung im Trierischen Volksfreund über den Ortsteil zu gut gewesen wäre? Wenn es wie aus Badewannen schütte, werde man als Veranstalter kleinlaut. Doch dann wischt er die trüben Gedanken beiseite und verspricht den Gästen ein fröhliches Fest.Die Unplugged Gang sieht das als Aufforderung und legt los. Mit ihrer Musik trifft sie den Nerv der Menschen. Später werden es etwa 3000 Besucher.Was macht den Reiz des Brunnenfestes aus? "Wir haben uns hier in Heiligkreuz einen gewissen dörflichen Charakter bewahrt", meint Heinz Oberbillig, der mit seiner Frau Hanne die unbeschwerte Atmosphäre genießt. Heiligkreuz und dörflicher Charakter? Für Heinz Oberbillig das richtige Stichwort. Stolz erzählt er vom hier ansässigen Weinbauverein. Rund 20 Familien sind Mitglied. Ihre Weinberge liegen unterhalb von Mariahof auf Heiligkreuzer Flur. Sebastian Gores ist der älteste Aktive im Brunnenbauverein. Dass er jetzt Zeit und Gelegenheit für ein ruhiges Glas Bier hat, genießt der 79-Jährige. Wie auch Brunnenbaumeister Günter Ruffra. Mehr als zwei Jahrzehnte haben sich die beiden im Verein engagiert und immer wieder das Fest ausgerichtet. Jetzt sind Andere an ihre Stelle getreten. Doch beide wirken immer noch ein wenig im Hintergrund mit.Die Gäste nutzen die Sitzgelegenheiten in den sieben Pavillons oder machen es sich an einem der zahlreichen Stehtische bequem. Viele kommen aus anderen Stadtteilen. So wie das Ehepaar Brösch, das in der Nähe des Moselstadions wohnt. Das Paar kommt schon seit Jahren. Hier treffe man immer Bekannte, zudem sei die Atmosphäre wunderbar entspannt. Der Sonntag mit Kinderflohmarkt beginnt noch trocken (siehe Extra), bevor der Dauerregen einsetzt und die Lust auf den Abschluss am Sonntagabend trübt. volksfreund.de/stadtteiltourExtra
Wie auch schon in den Jahren zuvor lockt am Sonntag beim Brunnenfest ein Kinderflohmarkt mit großem Angebot. Marvin Mekic (13) ist mit seiner Mutter aus dem Nachbarstadtteil Feyen gekommen, um hier seine nicht mehr benötigten Spielsachen anzubieten. Gleich nebenan der Stand von Jo Moyal (14). Auch er kommt aus Feyen, hofft mit dem Verkauf seiner Sachen einen Grundstock für ein neues Smartphone bilden zu können. Pfiffig die Geschäftsidee von Luna (8), Matteo (5) und Pauline (9): An ihrem Stand verkaufen sie Witze für 10 Cent und selbst gebastelte Armbänder für kleines Geld. Am Stand von Sandra Lehnart hat Sohn Nico (9) gut zu tun. Wie ein Profi verhandelt er mit Kaufinteressenten, ist sich des Wertes seiner Spielsachen sehr wohl bewusst. Im vergangenen Jahr sei der Andrang sehr groß gewesen, berichtet seine Mutter, die die Verkaufsgespräche ihres Sohnes stolz beobachtet. Gut zu tun ist auch an der Hüpfburg, die der Trierische Volksfreund aufgebaut hat. Hier sind es insbesondere die ganz Kleinen, die unter der Aufsicht ihrer Eltern jubelnd umherspringen und sich ausgiebig vergnügen. flo