Start frei für Elektroroller in Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Straßenverkehr : Start frei für Elektroroller in Trier

Seit Mitte Juni sind E-Scooter in Deutschland erlaubt. Ein großer Leih­anbieter will auch nach Trier. Polizei und Stadtverwaltung bereiten sich auf das neue Verkehrsmittel vor.

Die flotten E-Scooter kommen! Was in Städten wie Prag, Paris oder Ljubljana bereits fest zum Stadtbild gehört und seit Mitte Juni viele Menschen in Köln, Berlin und Hamburg begeistert, könnte bald auch in Trier Realität werden. Seit dem 15. Juni macht die „Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge“ den Weg in Deutschland frei für die wendigen E-Tretroller (siehe Extra). Die Verleihfirma Circ, eine von vier großen Anbietern in Deutschland, will in den kommenden Monaten in 80 weiteren Städten und Gemeinden tätig werden. Darunter könnte auch Trier sein, wie ein Blick auf die Homepage des Unternehmens zeigt.

Die Stellenausschreibung für einen City-Manager, der in Trier ein umfangreiches Verleihsystem des von dem Unternehmen entwickelten Scooters aufbauen soll, ist auf dessen dort zu finden. „Circ hat es sich zum Ziel gesetzt, Europas Champion für verantwortungsvolle Mikromobilität zu werden“, sagt eine Circ-Sprecherin auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds. „Wir unterstützen jede Stadt, in der unsere Tretroller willkommen sind. Die Entscheidung über die Anzahl der E-Tretroller trifft Circ immer in enger Absprache mit der jeweiligen Stadt.“

Im Trierer Rathaus gibt es bislang keinen konkreten Kontakt zu dem Unternehmen. Die Entwicklung nach der Erlaubnis für die bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnellen City-Flitzer wird aber mit Interesse betrachtet. „Das war bereits Thema im Stadtvorstand“, bestätigt Verwaltungssprecher Michael Schmitz. „Wir müssen besonders die Fußgängerzone bedenken. Derzeit wird intern geklärt, ob eine Ausnahmeregelung dafür sinnvoll ist, oder ob das zu gefährlich wäre.“

Auch die Polizei rüstet sich für die erwartete Zunahme der E-Tretroller im Straßenverkehr. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind natürlich über die geänderte Rechtslage informiert“, sagt Uwe Konz, Sprecher des Polizeipräsidiums Trier. „Wir sind gespannt auf die ersten Praxiserfahrungen und hoffen, dass der E-Scooter möglichst unfallfrei Einzug in das Straßenverkehrsbild nimmt.“ Konflikte oder Unfälle habe es bislang nicht gegeben.

Dass diese kommen werden, ähnlich wie in den Städten, in denen diese Form der E-Mobilität inzwischen zum Verkehrsalltag gehört, scheint sicher. Besonders Touristen schätzen dort aber Leihangebote, wie sie die Firmen Circ oder Lime machen.

„Als ich mit Freunden vor kurzem in Prag war, haben wir solche Möglichkeiten gerne genutzt“, berichtet Jan (20). „Das war problemlos und bequem. Und es hat sehr viel Spaß gemacht. Angemeldet haben wir uns über eine App, über die dann alle freien Roller im Stadtgebiet angezeigt wurden. Wir konnten die überall leihen und wieder abstellen. So etwas wäre für Trier eine tolle Sache.“ Vier Fahrten mit insgesamt zehn Kilometern haben die jungen Pragbesucher rund acht Euro gekostet. Falls Circ nach Trier kommt, wäre das etwas teurer. Die Gebühr für die Freischaltung eines E-Tretrollers von Circ liegt derzeit bei einem Euro. Jede Minute kostet den Nutzer anschließend 20 Cent. Abgerechnet wird ebenfalls über eine Smartphone-App (detaillierte Informationen dazu finden Sie in der Online-Version dieses Artikels).

Eine touristische Nutzung in Trier? TTM-Chef Norbert Käthler ist nicht abgeneigt. „Trier ist in seinem Zentrum zunächst eine Fußgängerstadt. Scooter wären interessant, um die etwas weiter entfernten Sehenswürdigkeiten unkompliziert zu erreichen. Dafür könnte ich mir in den nächsten Jahren durchaus touristische Angebote vorstellen, die so ähnlich funktionieren wie die bereits jetzt erfolgreichen Segway-Führungen.“ Für die Bewertung einer weitergehenden Einführung sei es derzeit noch zu früh. „Dabei käme es auch darauf an, inwieweit die Fußgängerzone zum langsamen Fahren zur Verfügung steht.“

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