Start in ein neues Leben

Wenn Frauen Hilfe brauchen, finden sie sie unter anderem beim Sozialdienst katholischer Frauen. Die Organisation hat nun in Trier-Süd eine neue Wohnanlage eingerichtet. Unter psychologischer Betreuung des Hauses Maria Goretti können sich Frauen, die in Notsituationen geraten sind, hier ein neues Leben aufbauen.

Trier-Süd. "Mir gefällt es hier sehr gut. Ich kann endlich zur Ruhe kommen und bekomme die Hilfe, die ich brauche", sagt Petra Müller (Name von der Redaktion geändert). Die 53-Jährige hat mit psychischen Problemen zu kämpfen und verlor schließlich ihre Wohnung. "Ich wusste nicht, wohin ich sollte", sagt sie. Aufgefangen wurde sie vom Haus Maria Goretti in der Krahnenstraße, eine Einrichtung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). "Wir verstehen uns als Notaufnahme, die 24 Stunden am Tag und 356 Tage im Jahr Zuflucht bietet", sagt Ilona Klein, Abteilungsleiterin der Gefährdetenhilfe des SkF. Nun gibt es eine neue Wohnanlage in der Friedrich-Wilhelm-Straße. Sie bietet Platz für sechs Frauen. Auf zwei Etagen stehen ihnen sechs Einzelzimmer, eine Gemeinschaftsküche, ein Wohnzimmer und ein Bad zur Verfügung. Der Umzug aus dem Haupthaus wurde wegen der dort ablaufenden Umbauarbeiten nötig. "Die Frauen sollen hier lernen, wieder selbstständig zu sein, bekommen aber dennoch Hilfe, nur nicht rund um die Uhr, wie im Haupthaus", erklärt Klein. Diese Hilfe leistet Erzieherin Helga Vogt. "Sie geht mit uns die Post durch und hilft bei bürokratischen Angelegenheiten, geht aber auch mit uns zum Arzt", sagt Bewohnerin Müller.
Vermieter der Wohnanlage ist die Kirchengemeinde St. Matthias, die im Haus auch ihren Pfarrsaal hat. Die Einrichtung der Wohnungen wurde von Sponsoren wie der Steinhauer Stiftung und der Sparkasse Trier finanziert.
Katja Bruch ist die geistliche Begleiterin des SkF. Mit Weihwasser hat sie die Räume der Barbara-Wohnanlage gesegnet. "Die Wohnungen sollen den Menschen Heimat und neue Perspektiven geben", sagt sie. In die Zukunft schauen brauche vor allem Mut. Mit ihrem Segen will sie die Bewohnerinnen stärken.
Extra

Das Konzept des Hauses Maria Goretti geht auf eine gleichnamige Märtyrerin und Heilige zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts gelebt hat. Maria Goretti hat Gewalt erfahren und ihrem Peiniger noch auf dem Sterbebett verziehen. Die Frauen, die beim Haus Maria Goretti in Trier Hilfe suchen, haben Ähnliches erlebt. ass