Statt vier bis zu 10,5 Millionen Euro für Sporthalle

Sport : Mäusheckerhalle: Neubau kostet eine Million mehr

Statt bloß saniert soll die Sporthalle am Mäusheckerweg in Trier-Ehrang neu gebaut werden. Das hat der Trierer Stadtrat beschlossen – ohne zu wissen, dass die Kosten schon wieder gestiegen sind.

Wer schon mal gebaut oder auch nur Wohnung oder Haus saniert hat, weiß: Erstens dauert’s länger, zweitens wird’s teurer.

So ist es auch bei der maroden Sporthalle am Mäusheckerweg: Wurde deren Sanierung 2015 noch auf gut vier Millionen Euro geschätzt, stiegen die Kosten bei genauerer Untersuchung der Bauschäden immer weiter. Zuletzt auf stolze 8,3 Millionen Euro.

Explodieren bei der Planung einer Sanierung die Baukosten derart, sind Kommunen verpflichtet, nachzurechnen, was ein vergleichbarer Neubau kosten würde. Bei solchen Taxierungen wird mit Standardwerten gearbeitet. Festgelegt Beträge für bestimmte Baueinheiten – etwa pro Quadratmeter Hallenboden – werden dabei summiert. Bei der Mäusheckerhalle hatte diese Taxierung 9,5 Millionen ergeben.

Wenn eine Sanierung allerdings 80 Prozent oder mehr kostet als neu zu bauen, gilt für öffentliche Gebäude die Regel, dass aus wirtschaftlichen Gründen dem Neubau der Vorzug gegeben werden muss.

Der Trierer Stadtrat hat daher in seiner jüngsten Sitzung denn auch den Grundsatzbeschluss gefasst, am Mäusheckerweg eine komplett neue, große Dreifeldhalle zu errichten. Der Entscheidung fiel einstimmig, über alle Fraktionsgrenzen hinweg.

Was der Stadtrat nicht wusste: Statt der prognostizierten 9,5 Millionen Euro wird der Neubau laut einer Detailrechnung nach TV-Informationen rund 10,5 Millionen Euro kosten. Die sogenannte Haushaltsunterlage (HU) Bau, die diese Detailrechnung enthält, liegt seit Kurzem in der Stadtverwaltung vor.

Der Trierer Baudezernent Andreas Ludwig will im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund die 10,5 Millionen Euro nicht bestätigen und nicht dementieren. Er räumt dennoch ein: „Ja, es stimmt, die Kosten der Beispielrechnung, die wir für einen fiktiven Neubau aufgestellt hatten, werden wohl nicht zu halten sein.“

Dass die Kosten noch mal gestiegen sind, habe ihn selbst sehr überrascht, erklärt Ludwig. Die HU Bau werde daher noch mal auf Herz und Nieren geprüft. Möglicherweise könnte die Bausumme reduziert werden, meint Ludwig. „Ich hoffe es zumindest.“

Die in die Höhe geschnellten Ausgaben sind allerdings nicht der einzige wackelige Trittstein auf dem Weg zur neuen Sportstätte, die von Schulen und Vereinen dringend herbeigesehnt wird. Denn der Hallenbau soll aus dem Sonderförderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend, Kultur“ des Bundes finanziert werden. Allerding ist, wie der Name schon sagt, der Fördertopf eigentlich nur für Sanierungsprojekte gedacht. Dass angesichts der Neuberechnungen der Kosten mittlerweile ein Neubau der Mäusheckerhalle geplant ist, hat die Stadt bereits mit dem Bund abgesprochen. Die Zusage, dass der Neubau trotzdem mit vier Millionen Euro bezuschusst wird, steht, sagt Ludwig.

Das Förderprogramm gibt allerdings auch ein striktes Zeitfenster vor. So müssen Geförderte Projekte bis Ende des kommenden Jahres fertig gebaut sein, heißt es in den Unterlagen.

Diese Vorgabe sprengt die Mäusheckerhalle definitiv: Zwar soll die alte Halle im Frühjahr abgerissen und mit dem Neubau möglichst noch im Frühsommer begonnen werden. Im Rathaus rechnet man aber nicht damit, dass das Zehn-Millionen-Euro-Projekt vor Ende 2019 fertig ist.

Über den absehbaren Verzug sei man mit dem zuständigen Bundesinstitut „in guten Gesprächen“, sagt Triers Baudezernent Andreas Ludwig. In trockenen Tüchern ist die Sache allerdings noch nicht.

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