Stau auf dem Wasser

Von kleinen Sportbooten bis hin zu riesigen Koppel- und Verbandsschiffen - wenn sie von Koblenz nach Trier oder umgekehrt die Mosel befahren, müssen sie alle durch die Schleuse in Detzem.

Detzem. (vg) Als internationale Wasserstraße legt die Mosel einen Weg von 392 Kilometer zurück, überwindet 161 Meter Fallhöhe und hat 28 Staustufen. Eine dieser Staustufen ist Detzem, die im Verwaltungsgebiet des Wasser- und Schifffahrtsamt Trier liegt. Von der Flussmündung aus gesehen, also ab Koblenz, ist Detzem die neunte Schleuse. Wie riesig eine solche Schleuse sein kann, zeigen einige Daten: Bei einer Länge von 172 Metern, einer Breite von zwölf Metern und einer Tiefe von drei Metern 50 werden bei einer Schleusung bis zu 18 000 Liter Wasser verbraucht. Ein Schiff oder 200 LKW

Die größten Schiffe, die die Schleuse in Detzem passieren, haben eine Länge von maximal 170 Metern, eine Breite von 11,60 Meter und einen Tiefgang von maximal drei Metern und wiegen bis zu 5000 Tonnen. Um die Ladung eines 170 Meter langen Schiffes zu transportieren, wären dagegen auf der Straße etwa 200 LKW nötig. Auf der Mosel wurde 2006 das höchste Durchgangsgüteraufkommen mit insgesamt 16,2 Millionen Gütertonnen erreicht. Die Hauptgüterarten, die auf der Mosel transportiert werden, sind Stein-, Braunkohle und Koks (34 Prozent), landwirtschaftliche Erzeugnisse (19 Prozent), Schrott, Eisen, Stahl und Metalle mit jeweils zwölf Prozent und Sand, Kies, Steine, Erde, Erdöl, Mineralölerzeugnisse und Gase mit jeweils neun Prozent.Durchschnittlich durchqueren die Schleuse Detzem im Monat etwa 1200 bis 1300 Schiffe, täglich sind es etwa 30 bis 45 Schiffe. Da kann es auch schon mal zu einem Stau kommen, erzählt Schichtleiter Markus Thul. Um diese Wartezeiten zu vermeiden, werden momentan in Zeltingen und in Fankel neue Schleusen gebaut. Eine Schleusenfahrt dauert insgesamt etwa 20 bis 25 Minuten. Rund um die Uhr ist die Wasserstraße in Betrieb.