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Staunen, zittern, bangen und lachen: 1200 Zuschauer bei erster Aufführung vom Trierer Weihnachtscircus

Staunen, zittern, bangen und lachen: 1200 Zuschauer bei erster Aufführung vom Trierer Weihnachtscircus

Rasende Motorradfahrer, tanzende Kamele und Clowns im Bienenkostüm: Der Trierer Weihnachtscircus hat bei der Aufführung am Dienstagnachmittag 1200 Zuschauer in den Bann gezogen. Dass die ganz wilden Tiere wie Löwen oder Tiger fehlen, sei laut Veranstalter nur eine Ausnahme - und nicht Kritikern geschuldet.

Trier. Es sind die Sekunden, in denen den 1200 Zuschauern im Zelt der Atem stockt. Eben noch knabberten Kinder Popcorn, schlürften Cola. Doch kurz darauf schlagen sie die Hände vor den offenen Mündern zusammen bei dem Kunststück, das sie in der großen Metallgitterkugel in der Manege erleben. Dort rasen auf einem engen Raum zwei Motorradfahrer. Sie beschleunigen auf 70, 80 Stundenkilometer und heizen im Kreis nur um Haarbreiten aneinander vorbei. Die Manöver enden glimpflich - und die Besucher johlen über eine der gelungenen Vorführungen beim zehnten Trierer Weihnachtscircus, der auf dem Messeparkgelände Station macht.Kein Verzicht auf Wildtiere


Zum Jubiläum dürfen die Zirkusfans wieder zittern, bangen, lachen und staunen. Motorradartisten, Seilspringen in zwölf Metern Höhe, Clowns im Biene-Maja-Kostüm und Muskelprotze mit Körperbeherrschung gehören zum Repertoire der Künstler, die sich nach den gelungenen Aufführungen fröhlich-grinsend bejubeln lassen.
Was diesmal fehlt, sind die Tiere. Zumindest die ganz wilden. Weiße Löwen oder Elefanten, in der Vergangenheit exotische Gäste beim Zirkus, gehören nicht zum Programm. Dafür gibt es Vorführungen mit Kamelen, die aufgeregt über den Sand tänzeln. Hunde, die auf Ponys reiten. Oder Enten, die unter den Beinen von Kühen hindurchhuschen.
Eingeknickt vor der Tierschutzorganisation Peta und der Diskussion um ein Wildtierverbot im Zirkus seien die Veranstalter nicht, beteuert Pressesprecher Oliver Häberle. "Wir wollen mit dem Programm jedes Jahr überraschen. Es ist nicht so, dass wir in Zukunft auf Wildtiere verzichten werden." Dafür, dass Elefanten, Löwen oder Tiger auch zukünftig am Zirkus teilnehmen dürfen, sammeln die Veranstalter Unterschriften der Besucher, gekoppelt mit einem Gewinnspiel. Während Kritiker von Tierquälerei sprechen, kontert Häberle. "Tiere sind im Zirkus keinem Stress ausgesetzt, leben länger und sind geistig reger als Artgenossen in freier Wildbahn. Und obwohl wir in diesem Jahr weitgehend auf wilde Tiere verzichten, sind wir auf Facebook wüst beschimpft worden." Die Stars, das sind in diesem Jahr eher die Künstler als die Kamele, Hunde oder die Tiere vom Land.
So wie der Artist Leroy, der Backsteine meterhoch aufeinander stapelt und sich auf den wackligen Türmen den Handstand traut. Mit nur einer einzigen Hand. Die Muskeln spannen sich an, die Steine drohen umzukippen, der Künstler könnte stürzen, die Zuschauer schreien leise auf. Doch die Kunststücke gelingen. Puuuh. Durchpusten.
Wesentlich entspannter ist da das Ende des Auftritts. Da betreten alle Artisten die Bühne - und tanzen ausgelassen zu einem Weihnachtslied. Heiligabend feiern die Künstler, so Häberle, "mit Baum und Gans im Wohnwagen". Danach gehen die atemberaubenden Momente in Trier weiter.Extra

Aufführungen im Weihnachtscircus gibt es im Messepark noch bis Sonntag, 4. Januar. Diese sind montags bis samstags täglich um 15.30 Uhr und um 19.30 Uhr. Sonntags ist die Show jeweils um 11 und um 15.30 Uhr zu sehen. An Heiligabend und Neujahr gibt es keine Vorstellungen. Die Eintrittspreise: Jugendliche ab 15 Jahre und Erwachsene 20 bis 35 Euro; Kinder (zwei bis 14 Jahre) 15 bis 27 Euro. flor