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Steff Becker feiert in Schweich sein 40-Jähriges auf der Bühne und zeigt, wie wandelbar er ist

Kultur : Steff Becker feiert in Schweich sein 40-Jähriges auf der Bühne und zeigt, wie wandelbar er ist

Mit vielen musikalischen Freunden und 500 Gästen feierte der Sänger im Schweicher Bürgerzentrum sein Bühnenjubiläum.

Vor 40 Jahren stand er erstmals auf der Bühne. Steff Becker, der damals wie heute in keine Schublade passt und passen will. „Der Mann ist Individualist, als Mensch und als Musiker“, so kündigte Christian Botzet, Chef der Big Band Art of Music, „Mister Steff Becker“ an. Der für seine außergewöhnliche Stimme bekannte Wahl-Eifeler begrüßte die teils stehenden, teils sitzenden Gäste knapp und herzlich – dann legte er mit seinen musikalischen Weggefährten auf der Bühne des Schweicher Bürgerzentrums los.

„Einer wie Du“, sang der Bühnen-Jubilar. Gitarre, Cello und Saxophon unterstrichen die Hommage, die er eigens für diesen Abend komponiert hatte. Auf großer Leinwand liefen Videos, die Armin Sommer zeigten. Seinen besten Freund, Schlagzeuger in Beckers erster Band Superbox, der in diesem Jahr gestorben ist. Um Sommer sollte es noch einmal gehen.

Mit Becker akustisch, eine seiner Formationen, startete das Bühnenfest mit eigenen Liedern seiner aktuellen CD „Bleib heut’ Nacht“ und viel Gefühl. Da darf natürlich „Spiegeltrinker“ nicht fehlen. „Ich hoffe, ihr schlaft nicht ein, sind alles Liebeslieder“,  sagte der Autodidakt,  lachte schelmisch, bevor er „Du bist die Eine“ einstimmte. Einschlafmusik ist anders, die Energie, die herüberschwappte, stimmte.

Auch als es mit Formation zwei, der SteffBeckerBand, und Liedern wie „Breit am Strand“, „Von Vorne“ und  „70/30“ rockiger wurde. Und als Becker Uwe Berg, ehemaliger Schlagzeuger zu Baugroup-Zeiten, im Publikum erspähte, holte er ihn für „Zwei Zimmer, Küche, Bad“ auf die Bühne an die Drums. Wesentlich häufiger an diesem Abend an der Seite des Mannes, der ein unglaublich breites Spektrum bedient, stand Hanna Landwehr. „Meine zweite Stimme“ sagte Becker.

Die zierliche Sängerin, Overknees, rot-schwarzes Hemd, Haarband, kann sich neben dem musikalischen Schwergewicht, Jeans, schwarzes Shirt und Anzugweste, bestens hören lassen. So wie alle der mehr als 20 musikalischen Weggefährten (siehe Extra), ob an der Gitarre, der Oud oder singend. Becker stellte sie immer wieder vor.

Bevor es nach der Pause weiterging, machte sich Max Monzel, ART-Boss und Parteichef der CDU Trier gut als Auktionator. Er versteigerte für 740 Euro ein Gemälde von Steff Becker. Das Geld fließt in die Sommer-Stiftung (www.sommerstiftung.de), die Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, zurückholen möchte.  Noch mehr gemalte Kunst gab es auf der Empore zu sehen.

Zeit für die Blues and Jazz Company und das Music Colors Orchestra. Becker kann eben Jazz, Blues, Soul bis hin zu Pop und Rock. Er ist wunderbar wandelbar. Und keiner  kann  „Waltzing Matilda“ besser als Becker. Er spielt seine Stimme gleichermaßen  gewaltig wie gefühlvoll, saalfüllend. Das gefiel nicht nur „Pit“ aus dem Publikum, der mehrfach enthusiastsisch „Sauwer!“ rief. Mit Showsängerin Shirley Winter kam Glitzer auf die Bühne („Up where we belong“). Oft hat sie schon mit Becker während Auftritten der Big Band Art of Music gesungen. Die Band habe ihm den Zugang zu einem großen Publikum eröffnet, dankte Becker.

Auf der Homepage des Musikers steht: Seine Musik und Livepräsenz kommen aus dem Bauch, nicht aus dem Kopf. Das hörten und spürten die Zuschauer. Kurz nach Mitternacht und zwei Zugaben bedankten sie sich bei Steff Becker und seinen musikalischen Freunden mit stehendem Applaus.