Steinbruch Mesenich: Morgen geht es um die Proteste

Steinbruch Mesenich: Morgen geht es um die Proteste

Rund 75 Prozent der wahlberechtigten Einwohner von Mesenich haben nach Mitteilung der Bürgerinitiative "Naturschutz und Landschaftspflege in Mesenich/Sauer" (Bims) Einwände gegen die geplante Erweiterung des dortigen Steinbruchs vorgebracht. Wie berichtet ist am 23. Februar die Frist für schriftliche Einwände an die Genehmigungsbehörde, die Kreisverwaltung, abgelaufen.


Am morgigen Mittwoch, 7. März, 14 Uhr, wird nun über die Einwände von Privatpersonen, aber auch von Naturschutzverbänden und anderen Institutionen, im Rahmen eines Erörterungstermins im Kreishaus diskutiert. Dieser Termin ist Teil des Genehmigungsverfahrens. Jeder kann daran teilnehmen, Fragerecht haben jedoch nur diejenigen, die Einwände vorgebracht haben. Die Entscheidung verkündet der Kreis voraussichtlich im April. Wie Sprecher Peter Bruns mitteilt, haben 202 der rund 290 wahlberechtigten Mesenicher ein sechsseitiges Schreiben unterzeichnet, in dem die Bims ihre Einwände aufgelistet hat. An Karneval seien Mitglieder mit dem Schreiben im Ort von Tür zu Tür gegangen. Es seien viele Bürger in Urlaub gewesen, sagt Peter Bruns, deshalb sei die Zustimmungsrate von 75 Prozent sehr gut. Zwölf Personen hätten der Bims darüber hinaus persönliche Erklärungen zur Einreichung beim Kreis mitgegeben.
Die Firma NSM plant, ihren oberhalb von Mesenich gelegenen Kalk- und Dolomitsteinbruch um 17 Hektar auf 42 Hektar zu erweitern. Dies soll in vier Ausbaustufen bis zum Jahr 2050 erfolgen. Die Planung habe alle Befürchtungen der Bewohner übertroffen, meint die Bims. Die Gegner fühlen sich vom Steinbruchbetreiber getäuscht. Bruns: "Ohne vorherige Ankündigung wurde eine gewaltige Abbautiefe von durchschnittlich 65 Metern beantragt. Vorher war nur von 27 Metern die Rede." Durch die größere Tiefe habe sich auch die Abbauzeit verlängert. Ursprünglich sei im raumordnerischen Verfahren das Jahr 2026 als Ausbauende genannt worden, nun solle erst 2050 Schluss sein. Bruns: "Diese Dimensionen sind offenbar von NSM verschwiegen worden." alf