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Steinbruch spaltet Sauergemeinde Mesenich

Steinbruch spaltet Sauergemeinde Mesenich

Vor der Bürgerversammlung am Donnerstag spitzt sich die Lage zwischen Gegnern und Befürwortern der Steinbruch erweiterung zu. Geschäftsführer Mario Lübbers wird auch privat angefeindet.

Langsur-Mesenich. "Seit zwei Wochen ist die Welt hier anders geworden", sagt Mario Lübbers (46). Seit bekannt ist, dass die Natursteinwerke Mesenich (NSM) ihren Kalk- und Dolomitsteinbruch erweitern wollen, schlägt dem Geschäftsführer ein eisiger Wind entgegen. Eigentlich kennt man sich lange, winkt im Vorbeifahren, redet beim Bier in der Kneipe - Lübbers ist gebürtiger Langsurer. Doch jetzt distanzieren sich manche Steinbruchgegner, machen den Firmenchef persönlich verantwortlich für Auswirkungen wie Dreck und Lärm. "Wir bauen seit 1967 ab, hatten immer ein gutes, nachbarschaftliches Verhältnis zu den Bewohnern, geprägt von gegenseitiger Hilfe", sagt Lübbers. Wenn es nun Bedenken und Ängste gebe, werde seine Firma alles daran setzen, diese auszuräumen. Den Vorwurf, NSM habe unter Vortäuschung falscher Tatsachen Ausgleichsflächen von Bürgern aufgekauft, auf denen nun abgebaut werden soll (der TV berichtete), weist Lübbers zurück. Ursprünglich sei die Rohstoffsicherungsfläche genau in entgegengesetzter Richtung des jetzt für die Erweiterung vorgesehenen Geländes ausgewiesen worden. Anders als vermutet, gebe es dort aber keine Rohstoffe. Lübbers: "Das wusste keiner, und wir haben die acht Hektar tatsächlich als Ausgleichsfläche gekauft. Noch ist ja auch nicht klar, wo auf der neuen Fläche abgebaut wird, falls wir eine Genehmigung bekommen. Das wird erst eine Geo-Radar-Untersuchung zeigen, die Ende Mai geplant ist."

Rechtsanwalt Henseler vermittelt bei Bürgertreffen



Mario Lübbers will am Donnerstagabend auf der Bürgerversammlung im Gemeindehaus Mesenich (19.30 Uhr) deutlich machen, dass die Steinbrucherweiterung auch Vorteile bringt, so etwa weniger Staub durch eine tiefere Abbausohle und eine Reifenwaschanlage für die Lastwagen. Auch werde ein fünf Meter hoher Grünstreifen rund um das Abbaugebiet angelegt.

Damit am Donnerstagabend alles möglichst objektiv über die Bühne geht, haben sich Gegner und Befürworter auf den Trierer Rechtsanwalt Paul Henseler als Mediator (Vermittler) der Bürgerversammlung geeinigt. Ortsbürgermeister Rüdiger Artz hofft, dass das Treffen die Stimmung im Ort wieder verbessert: "Wir müssen doch weiter miteinander leben."

Im Zuge des Raumordnungsverfahrens mit Umweltverträglichkeitsprüfung sind während der Offenlage mehr als 200 Eingaben bei der Kreisverwaltung eingegangen, darunter die weitaus meisten von der neu gegründeten Bürgerinitiative.