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Steinbrüche: Lichten sich im Mai die Nebel?

Steinbrüche: Lichten sich im Mai die Nebel?

Neuigkeiten bei zwei umstrittenen Steinbruchprojekten in der Sauer-Region: Während der Betreiber des Mesenicher Steinbruchs das Genehmigungsverfahren für eine Erweiterung beim Kreis beantragen möchte, treffen sich am 7. Mai in Amsterdam potenzielle Investoren für den geplanten "Mega-Steinbruch" bei Olk. Offenbar soll dabei die Marschroute abgestimmt werden.

Ralingen/Langsur. In der einen Riesenmulde wird bereits seit 1969 Dolomitgestein gefördert, die andere existiert bislang nur auf dem Reißbrett. So unterschiedlich die Steinbruch-Projekte auch sein mögen - hier die von den Natursteinwerken Mesenich (NSM) geplante Erweiterung von 25 auf 40 Hektar, dort die Ausweisung eines mindestens 60 Hektar großen Kalksteinbruchs mit Zementwerk bei Olk -, eines haben sie gemeinsam: Bürgerinitiativen wollen die Vorhaben um jeden Preis verhindern. In beiden Fällen könnten sich im Mai entscheidende Weichenstellungen ergeben.
Steinbruch Mesenich: Im Oktober 2010 erging der Raumplanerische Entscheid der Kreisverwaltung für die geplante Erweiterung (der TV berichtete). Darin hatte die Behörde dem Betreiber zur Auflage gemacht, die Emissionen (Staub, Lärm, Erschütterungen) so weit wie möglich zu reduzieren und weitergehende Untersuchungen und Gutachten in Auftrag zu geben. Ferner sollten Gemeinde und Betreiber ein Handlungskonzept erstellen. Über Details wollten sich die Verhandlungspartner nicht äußern, allerdings macht Langsurs Ortsbürgermeister Rüdiger Artz unmissverständlich klar: "Der Gemeinderat wird auf keinen Fall die Ausbeutung des Abschnitts vier zulassen." IV ist der Abschnitt, der dem unterhalb des Steinbruchs gelegenen Ort Mesenich am nächsten kommt (siehe obiges Foto).
Die "Bürgerinitiative Naturschutz und Landschaftspflege in Mesenich/Sauer" (Bims) will die Erweiterung verhindern und dokumentiert zur Beweissicherung Schäden, die ihrer Meinung nach durch den bisherigen Abbau entstanden sind, darunter Risse an Häusern. Laut Bims-Vorsitzendem Peter Bruns gibt es Spekulationen, wonach der Abbau-Abschnitt IV besonders ergiebig sei und deshalb als erstes "bedient" werden solle. Durch die Einleitung des Genehmigungsverfahrens erhofft sich Bruns Klarheit über den Stand der Verhandlungen: "Dann kann unser Anwalt endlich die Akten einsehen." NSM-Geschäftsführer Mario Lübbers will die Unterlagen zur Einleitung des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz spätestens übernächste Woche beim Kreis einreichen.
Steinbruch Olk: Seit knapp drei Jahren wird über den großräumigen Kalkstein-Abbau zwischen Windmühle und Olk spekuliert. Zunächst hieß es, man wolle auf 200 Hektar ausbeuten, zuletzt war von 60 Hektar und einem Zementwerk die Rede. Die Größenordnungen wechselten ebenso wie die Namen der Investoren. Demnächst könnte sich für die Bürgerinitiative "Stoppt den Megasteinbruch Südeifel" (SMS), die sich vorwiegend mit Biotop-Pflegearbeiten beschäftigt (siehe Bericht unten), ein reales Feindbild ergeben. Laut Projektentwickler Engelbert Rausch (Firma NAT.itg, Kottenheim bei Mayen) wollen der österreichische Baukonzern Strabag und der französische Zement-Riese Lafarge bei einem Treffen am 7. Mai in Amsterdam auch das Olker Projekt thematisieren. Strabag und Lafarge hatten vor etwa einem Jahr beschlossen, ihre Zementaktivitäten in mehreren europäischen Ländern zu bündeln.