Sterben braucht einen Platz
Die Würde des Menschen auch im Sterben zu schützen, das ist das Anliegen der Hospizeinrichtungen und -verbände, die unlängst den 11. Trierer Hospiztag an der Katholischen Akademie Trier veranstalteten.
Trier. (red) Der Hospiztag soll dem Gedankenaustausch zwischen Verbänden und Einrichtungen aus Trier und der Region dienen, die Todkranken und Sterbenden ein würdiges Dasein ermöglichen. "Das Ziel der Hospizbewegung ist es, angesichts von Krankheit und Tod die letzten Monate eines Menschen lebenswert zu gestalten", erklärte Dr. Bernd Steinmetz von der Katholischen Akademie Trier. Der Hauptreferent der Veranstaltung, Dr. Stefan Dinges von der Universität Klagenfurt, stellte in einem Vortrag über "Hospizarbeit zwischen bürgerschaftlichem Engagement und wachsender Professionalisierung" die neuesten Ansätze des "Palliative Care" vor, eines Konzeptes, das mittlerweile an zahlreichen Trierer Krankenhäusern, in Pflegeeinrichtungen bei Ärzten und anderen Einrichtungen angewandt wird. Dabei geht es um eine ganzheitliche Sterbe- und Trauerbegleitung, in der nicht nur medizinische Aspekte, sondern auch palliative Pflege, Sozialarbeit sowie spirituelle und seelsorgerische Begleitung eine wichtige Rolle spielen. "Wichtig ist es jedoch, dass verstärkt die Perspektive der Betroffenen in den Blick gerät", forderte Dinges. Das bedeute, den Willen des Patienten als Maßstab zu nehmen, aber auch andere Betroffene nicht zu vergessen: die trauernden Angehörigen und die Pfleger, die bei ihrer Arbeit professionell begleitet werden müssten. Dinges plädierte für eine "palliative Kultur", in der auch der Trauer von Angehörigen Platz gegeben werden müsse. Dinges nahm auch Stellung zur aktuellen Debatte um die aktive Sterbehilfe, von der er sich distanzierte. Die Fälle aktiver Sterbehilfe nähmen zu, weil immer mehr Menschen Angst davor hätten, ihren Angehörigen als Pflegefall zur Last zu fallen. Dagegen könnten die Hospize etwas tun, indem sie dafür sorgten, dass Sterben enttabuisiert werde. "Das Sterben braucht einen Platz in der Gesellschaft", forderte Dinges. Veranstalter des Hospiztages waren der Hospizverein Trier, das stationäre Hospiz Trier, die Katholische Akademie Trier, der Caritasverband für die Diözese Trier, der Malteser Hilfsdienst, die Evangelische Kirchengemeinde Trier, die Palliativstation des Mutterhauses Trier, die Katholische Erwachsenenbildung, Fachstelle Trier, der Club Aktiv Trier, das DRK-Altenzentrum Konz, der Ambulante Hospizdienst der Caritas Westeifel, das Ambulante Hospiz Hochwald und die Hospizinitiative Wittlich.