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Benefiz: Sterne aus Kartoffeln sind Spenden für Jordanien

Benefiz : Sterne aus Kartoffeln sind Spenden für Jordanien

Caritas International und die Vereinigten Hospitien rufen zur Teilnahme an der bundesweiten Solidaritätsaktion „Eine Million Sterne“ auf. Mit der Kampagne vom 11. bis 17. November wollen sie die Not der Menschen in Jordanien mildern.

Wer der Küchenchefin der Vereinigten Hospitien erstmals begegnet, muss seine Vorstellung von einem Chefkoch rasch korrigieren. Die zierliche junge Frau ist der exakte Gegenentwurf zum Klischee eines älteren Kochs mit voluminöser Leibesfülle. Trotz ihrer 30 Jahre weiß Linda Weyrauch genau um die Verantwortung, die sie mit diesem Amt übernommen hat.

Von ihrer Kreativität werden sich die Besucher des Lichterfestes am Samstag, 16. November, selbst überzeugen können. Sie kredenzt Sterne, hergestellt aus Kartoffelteig. Zur Vermeidung von Müll werden die Sterne auf Pappschälchen serviert. Auch die angebotene Suppe wird in Schalen und mit einem Kunststoff-Löffel serviert.

Gärtner Werner Probst ist schon seit geraumer Zeit mit seinem vierköpfigen Team im Einsatz, was angesichts der Geländegröße kein Wunder ist: „Rund 60 000 Quadratmeter, das sind sechs Hektar, verlangen ein hohes Maß an Pflege“, berichtet ­Probst. Stolz ist er vor allem auf die 380 Bäume, die allesamt eine Höhe von über zehn Metern haben. Er freut sich über jeden Gast, der die Parkanlage aufsucht: Unterstützt wird Werner Probst von vier Facharbeitern und einem Praktikanten. „Die Aktion ‚Eine Million Sterne‘ stellt eine Herausforderung an uns, da wir mit der Planung und Ausführung schon seit Juli beschäftigt sind“, sagt er.

Nicht nur die Mitarbeiter, auch die Bewohner der Einrichtungen freuen sich. Silke Biundo leitet das Jacobusstift, eine Einrichtung für Betreutes Wohnen. Hier leben etwa 70 Menschen selbstständig, können aber alle Annehmlichkeiten in Anspruch nehmen. Da diese Menschen noch mobil sind, machen sie gerne mit beim Lichterfest: „Wir starten schon mit dem Martinsumzug. Die Lampion-Laternen kommen am Aktionstag erneut zum Einsatz, wenn sie am Jacobusstift der Illumination dienen.“

Die Planung reicht weiter: „Wir werden die Bewohner bitten, in diesem Jahr ihre Adventsbeleuchtung früher herauszuholen, um damit ihre Fenster zu dekorieren. Am Aktionstag sollen die entsprechend lange angelassen werden.“ Doch damit nicht genug: Eine weitere Aktion ist geplant: „Auf dem Parkgelände, das gegenüber vom Haupteingang des Jacobusstiftes liegt, werden Bewohner und Mitarbeiterinnen ein Ornament aus Kerzen legen.“

„Unsere Bewohner sind sehr gespannt auf das Ereignis und freuen sich, da es so etwas noch nie bei den Hospitien gab“, berichtet Ulrike Fettes, Leiterin des Altenwohn- und Pflegeheims Helenenhaus. In dieser Einrichtung leben 70 Frauen und Männer mit einem Altersdurchschnitt von 86 Jahren. Bei aller Begeisterung: Die Dunkelheit birgt insbesondere für ältere Menschen Gefahren. Ulrike Fettes sagt: „Die Herausforderung für uns ist, jeden Bewohner zu begleiten, da alle im Helenenhaus wohnenden Menschen Unterstützung benötigen. Viele Mitarbeiter werden ehrenamtlich kommen, zusätzlich werden wir durch Angehörige und ehrenamtliche Helfer unterstützt. “

Dass die Vereinigten Hospitien ein eigenes Weingut haben, ist in Trier bekannt. Ebenso wie die Tatsache, dass sich hier der älteste Weinkeller Deutschlands befindet. „Natürlich werden wir die Gelegenheit nutzen, unsere Weine dem Publikum vorzustellen“, sagt Marc Neumann, der im Weinverkauf tätig ist. Er freut sich auf die Begegnung mit den Besuchern, denen er den mit einem Sterne-Etikett versehenen Wein zeigen will. Bei diesem Wein fließt ein fester Betrag direkt in das Jordanien-Hilfeprojekt. Welcher Wein das sein wird, will der Fachmann noch nicht verraten.