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Sternekoch Harald Wohlfahrt kocht bei der Eröffnung von Mythos Mosel in Schloss Lieser, Sternekoch Johann Lafer kocht zur Eröffnung des Saarriesling Sommers

Gastronomie : Ein Sternekoch kommt selten allein

Deutsche Spitzenköche zieht der Dreiklang aus Landschaft, Wein und Kulinarik in die Region. So ist es kein Zufall, dass Meisterkoch Harald Wohlfahrt bei der Eröffnung von Mythos Mosel und der Österreicher Johann Lafer zum Auftakt des Saar-Riesling-Sommers am Herd stehen.

Den einen reizen die pittoresken Orte und der Wein, den anderen die neue Herausforderung in einem anderen Umfeld. So unterschiedlich Drei-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt und der österreichische Küchenchef Johann Lafer auch sein mögen, die Begeisterung für die Landschaft der Mosel teilen beide miteinander. Große Überredungskünste waren daher nicht notwendig, als die beiden gefragt wurden, für zwei Weinevents zu kochen, die in den vergangenen Jahren echte Publikumsrenner geworden sind. Und so kreiert Wohlfahrt, der wahrscheinlich beste Koch Deutschlands, ein exklusives Gericht zur Eröffnung des Weinwochenendes Mythos Mosel am 25. Mai in Schloss Lieser (Kreis Bernkastel-Wittlich). Zum Auftakt des Saar-Riesling-Sommers am 24. August tischt der Österreicher Johann Lafer im Weingut Würtzberg in Serrig seinen Gästen ein Vier-Gang-Menü auf.

Harald Wohlfahrt, langjähriger Küchenchef der Schwarzwaldstube Traube Tonbach in Baiersbronn, bricht mit Mythos Mosel gleichsam zu neuen Ufern auf. Als er 2017, nach 37 Jahren, dem Restaurant im Schwarzwald den Rücken gekehrt hatte, fand er sich mit 62 Jahren dann doch noch zu jung, um in Rente zu gehen. Auf einer Kochveranstaltung lernte er Raphael Ianniello und dessen Frau Verena Clüsserath, Juniorchefin des Weinguts Clüsserath-Weiler aus Trittenheim, kennen. Das Trio fand sich auf Anhieb symphatisch.

Sternekoch Johann Lafer kocht im Weingut Würtzberg. Foto: www.johannlafer.de/Guido Karp

„Ich habe gesehen, dass Raphael ein talentierter Koch ist, und seine Frau hat hervorragende Weine präsentiert. Da haben wir miteinander geplaudert“, erzählt Wohlfahrt. Offenbar nicht lange danach kamen die beiden ins Geschäft und gründeten gemeinsam die Unternehmergesellschaft „Harald Wohlfahrt Fine Dining UG“ mit Sitz im Weingut Clüsserath-Weiler in Trittenheim. Ein Ort, ideal für Catering, Eventgastronomie und Eventmanagement, wie Wohlfahrt findet. „Es ist alles da: ein tolles Gästehaus, eine Kochschule, eine Produktionsstätte also, um unser Catering vorzubereiten.“ Mitgeschäftsführer Raphael Ianniello berichtet stolz, dass das Jahr 2018 schon komplett durchgeplant sei: „Es gibt Anfragen von Hotels, die wir kulinarisch beraten werden. Wir unterstützen Cateringveranstaltungen und helfen bei der Organisation und Umsetzung.“

Die Nachfrage boomt offenbar und wird weiter angeheizt, spätestens, wenn Wohlfahrt bei der Weinpräsentation von Clüsserath-Weiler im August kulinarische Köstlichkeiten auf die Teller zaubert.

Die Auftaktveranstaltung zum Saar-Riesling-Sommer findet im Weingut Würtzberg in Serrig statt. Foto: Weingut Würtzberg

„Wo Wein angesiedelt ist, ist meistens auch gute Gastronomie zu finden“, sagt Wohlfahrt und lobt das tolle Umfeld mit dem Trierer Zwei-Sterne-Koch Wolfgang Becker und dem Piesporter Zwei-Sterne-Koch Thomas Schanz – beide ehemalige Wohlfahrt-Lehrlinge. „Mit Qualität macht man sich einen Ruf, nicht mit Masse. Qualität bringt hochwertiges Publikum.“

Eine Behauptung, der niemand widerspricht. Aber, so wendet Gereon Haumann, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Rheinland-Pfalz, ein, man müsse auch Angebote haben für die Touristen, die Essen lediglich als Nahrungsaufnahme betrachten. „Wir haben eben sehr unterschiedliche Gäste. Wohlfahrt und Lafer sind zwei Topköche. Es ist eine Auszeichnung, dass sie hier kochen. Und jede zusätzliche Veranstaltung tut der Außenwahrnehmung gut.“ Nachhaltiger für das Image der Mosel findet er jedoch Initiativen wie Der Beste Schoppen, der in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag feiert. „Winzer und Gastronomen bemühen sich, qualitativ hochwertige Weine als offene Weine anzubieten. Dieser Wettbewerb hat die Qualität verbessert. Mittlerweile macht eine enorme Anzahl von Betrieben mit.“ Diese und auch viele Winzer hätten längst verstanden, dass man die Produkte inszenieren müsse, die man verkaufen wolle. „Da steht der Erlebnischarakter im Vordergrund. Unsere Gesellschaft gibt viel Geld für Genuss aus.“

Das Weingut Clüsserath-Weiler in Trittenheim. Hier ist der Sitz der „Harald Wohlfahrt Fine Dining UG“. Foto: Clüsserath-Weiler

Stimmt! Daher freut sich Dorothee Heimes vom Weingut Würtzberg in Serrig ganz besonders, dass Sternekoch Johann Lafer zum Auftakt des Saar-Riesling-Sommers (24. bis 26. August) auf ihrem Weingut kocht. Deutschen Riesling trinkt der gebürtige Steiermärker sehr gerne. „Wir kennen die gute Küche von Herrn Lafer und sind Fans von der Sendung Lafer Grillen“, erzählt Geschäftsführerin Heimes. Von der Qualität der Weine hat sich der beliebte Fernsehkoch höchstselbst überzeugt: „Ich war schon öfters an der Saar und an der Mosel und bin mit meinem Oldtimer an den wunderschönen Weinbergen und kleinen Ortschaften vorbeigefahren. Bei diversen Weinproben habe ich auch den guten Wein genossen. Die Qualität der Rieslinge in dieser Gegend ist enorm. Und das schmeckt man.“ So was hört man doch als Winzer gerne.

Doch ein dicker Wermutstropfen trübt die Freude. Beide Auftaktveranstaltungen, sowohl die von Mythos Mosel als auch die des Saar-Riesling-Sommers, sind bereits seit Wochen ausverkauft. Schade eigentlich, denn Harald Wohlfahrt verrät ein paar Zutaten aus seinem Top-secret-Gericht, das einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt: Spargel, Kräutersalat, Bärlauchpesto und glasierte Shrimps, alles „sehr aufwendig und schön zubereitet“, verspricht er. Auch Johann Lafer gibt einen Gang preis: „Schaum aus Erbsen und Zitronenpfeffer, mit Tatar von der Königskrabbe, Wildkräutersalat und asiatischer Vinaigrette.“ Na dann, Mahlzeit!

Ein Trostvideo für alle, die Harald Wohlfahrt beim Kochen zuschauen wollen, gibt es unter www.harald-wohlfahrt.com. Infos zu Johann Lafer: www.johannlafer.de