Sternfahrt in Trier: Schüler demonstrieren für sicheres Radeln

Sternfahrt in Trier: Schüler demonstrieren für sicheres Radeln

Wer mit dem Fahrrad zur Schule will, hat es in Trier nicht leicht: Viele Radwege enden im Nirgendwo. Hunderten Schülern reicht es. Sie fordern gemeinsam einen Ausbau der Wege.

Knapp 15 Kilometer. Das ist die Strecke, die Maximilian Goormann jeden Morgen von Waldrach nach Trier mit dem Rad fährt. Doch der Schüler der achten Klasse des Max-Planck-Gymnasiums (MPG) fühlt sich zunehmend unsicher auf dem Weg in die Stadt. "Es gibt zwar Radwege, aber viele sind nicht miteinander verbunden, so dass man dann doch oft auf der Straße fährt", sagt Maximilian.

Er ist einer von mehr als 500 Schülern der Trierer Gymnasien und verschiedener Grundschulen, die sich am Montagmorgen mit ihren Rädern auf dem Schulhof des MPG versammelt haben. Dazu fuhren sie in Begleitung von Lehrern, Polizei und freiwilligen Helfern aus allen Richtungen zum gemeinsamen Schulhof von MPG und Auguste-Viktoria-Gymnasium. Am frühesten mussten die Schüler in Gusterath aufstehen: Dort traf man sich bereits um sieben Uhr. Die Schüler wollen der Stadt zeigen, wie groß das Potenzial an jungen Radfahrern in der Stadt eigentlich ist "Wir radeln zur Schule, und dafür braucht es einfach mehr Wege", sagt die Neuntklässlerin Sina Reweland vom MPG. "Wir können nur hoffen, dass unsere Aktion etwas bringt."

Während entlang der Mosel die Radwege von Trier bis zur luxemburgischen Grenze reichen, fehlt in der Stadt bisher ein zusammenhängendes Netz. Wer morgens und nachmittags mit dem Rad unterwegs ist, teilt sich viele Straßen mit dem Berufsverkehr. Dass die Situation in Trier besonders für Kinder und Jugendliche gefährlich sein kann, wissen auch die Schulen. Doch tun können sie relativ wenig.

"Wir haben das Thema bereits vor vier Jahren gemeinsam angestoßen", sagt Armin Huber, Schulleiter des MPG, das die Sternfahrt zusammen mit dem Trierer Büro für Mobilitätsberatung und Moderation organisiert hat. Nach 2013 und 2015 ist es das dritte Mal, dass Trierer Schüler zusammen ein Zeichen fürs Radfahren setzen. "Viel passiert ist seitdem leider nicht", sagt Huber. "Der Radweg aus Ruwer beispielsweise, der endet einfach am Verteilerkreis." So sei ein Großteil der Routen zur Schule nicht ausreichend an die städtischen Radwege angeschlossen.

Für eine kurze Kundgebung auf dem Schulhof kommt dann sogar Schuldezernent Andreas Ludwig auf die Bühne. Er lobt den Einsatz der 500 Schüler und versichert, dass die Stadt ihre Stimmen hört. "Wir haben in den letzten Jahren schon einiges verbessern können", sagt er. "Doch das Problem können wir leider nicht von heute auf morgen lösen." Applaus gibt es trotzdem. Dann fährt Ludwig zurück ins Rathaus - natürlich mit dem Fahrrad.