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Stiller Abschied der "Uranus"

Stiller Abschied der "Uranus"

Die "Uranus", ehemals schneller Minensucher und seit rund 35 Jahren Club- und Restaurationsschiff des Marinevereins Trier, hat ihren Liegeplatz im Oberwasser der Schleuse Trier-Feyen verlassen - zum letzten Mal. Mitte März 2009 geht die allerletzte Reise nach Magdeburg.

Trier. Pünktlich um 11 Uhr schleppten ein Boot des Marinevereins Trier und das Arbeitsboot "Trier" des Wasser- und Schifffahrtsamts das ohne Fremdhilfe bewegungsunfähige Ex-Kriegsschiff "Uranus" in den Sportboothafen Monaise. Dort wird es den Winter verbringen, dem Marineverein noch einmal ein schwimmendes Heim sein und auf seine endgültig letzte Reise vorbereitet.

Käufer der "Uranus", die mit dem Abschied von Marineverein, Bund und Trier endgültig ihren Namen verliert, ist der Magdeburger Uwe Bunk, der sich selbst als "Schifffahrtsverrückter" bezeichnet, der unter anderem ein Schiffsführerpatent besitzt und sich seit seinem 16. Lebensjahr der Schifffahrt in jeglicher Form verbunden fühlt.

Künftig Altersruhesitz für Seefahrtbesessene?



Wer dem 46-Jährigen zuhört, nimmt ihm die Bezeichnung "schifffahrtsverrückt" ohne Weiteres ab: Der Ex-Minensucher, der mit dem Verkauf seinen Namen verloren hat (Bunk: "Der neue Name ist eng mit der oberelbischen Schifffahrtsgeschichte verknüpft, wird aber noch nicht verraten"), ist nicht Uwe Bunks erstes Traditionsschiff. Vor einiger Zeit hat er von der Stadt Magdeburg den 100 Jahre alten Seitenradschlepper "Württemberg" erworben. Darauf ist er besonders stolz: "Mit kompletter Dampfmaschine und Kesselanlage."

Die Noch-"Uranus" soll, wenn sie erst einmal komplett restauriert ist, der "Württemberg" auf oder vor der Elbinsel "Rothe Horn" bei Magdeburg Gesellschaft leisten: auf der Insel, wenn sich "Plan A" realisieren lässt, der vorsieht, die voll restaurierte Neuerwerbung an Land als Altersruhesitz oder Wohnanlage für vielleicht drei seefahrtbesessene Familien zu installieren; oder vor der Insel, wenn Bürokratie und Vorschriften "Plan B" erzwingen, der die Verwandlung in eine ständige schwimmende Traditionsausstellung der Marine- und christlichen Seefahrt vorsieht.

Noch ist nichts endgültig entschieden. Uwe Bunk: "Die Pläne werden über den Winter reifen und fertig sein, wenn das Schiff im März des nächsten Jahres nach Magdeburg geschleppt wird."

Als "Uranus" wäre der Ex-Minensucher beinahe in Konz geblieben. Winfried Manns, ehemals Konzer Bürgermeister, und sein damaliger Beigeordneter und jetziger Nachfolger Karl-Heinz Frieden hatten eine Zeit lang mit dem Gedanken gespielt, die "Uranus" zu erwerben und als Restaurationsschiff ("Vinothek der gehobenen Klasse") auf Saar oder Mosel vor Konz anzulegen (der TV berichtete), aber angesichts der zu erwartenden Reparatur- und Unterhaltungskosten von dem "angedachten" Projekt Abstand genommen. Frieden: "Man muss die Füße auf dem Boden lassen."