Stillleben mit Stadtbus

Vor dem Start der Aktion "Autofasten" am 25. Februar haben Vertreter der beteiligten Kirchen am Aschermittwoch, dem Beginn der christlichen Fastenzeit, auf dem Domfreihof auf die Aktion aufmerksam gemacht. Sie rufen die Bürger dazu auf, ihr Auto während der Fastenzeit stehen zu lassen.

Trier. Vor der Kulisse des Trierer Doms parken zwei Linienbusse der Stadtwerke Trier (SWT), daneben ist ein gutes Dutzend Fahrräder abgestellt - die Inszenierung soll auf die Zielsetzung des Projekts "Autofasten" hinweisen: das Auto stehen lassen und stattdessen andere Verkehrsmittel nutzen. Am 25. Februar startet die vierwöchige Aktion, zu der sich in Trier im vergangenen Jahr 170 Personen angemeldet hatten. "Aus dem Verzicht auf das Auto lassen sich neue Erfahrungen gewinnen, Autofasten führt uns zu einer veränderten Wahrnehmung des Alltags", sagte Gundo Lames, Direktor der Abteilung Ziele und Entwicklung im Bistum Trier vor eingeladenen Journalisten und Projektbeteiligten. Darüber hinaus diene das Autofasten dem Klimaschutz. Die Erfahrungsberichte von Teilnehmern aus den vergangenen Jahren zeigten, so Lames, dass jeder für sich etwas zum Schutz der natürlichen Ressourcen beitragen könne.
Jörg Weber, stellvertretender Superintendent der Evangelischen Kirche in Trier, teilte schriftlich mit, durch Fasten bekomme man "einen Blick aufs Wesentliche geschenkt". Das Autofasten sei nicht nur nachhaltig, sondern auch modern: "Die Aktion ruft mir in Erinnerung, dass der Verzicht auf das Auto ein Beitrag für die Bewahrung der Schöpfung ist", schrieb Weber.
Veronika Zänglein, Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT), sagte: "Wir möchten, dass die Nutzer in dieser Zeit ihr Mobilitätsverhalten infrage stellen." Es gehe dabei nicht darum, "das Auto zu verteufeln", sondern Alternativen aufzuzeigen. Der VRT bietet für Teilnehmer an der Aktion "Autofasten" ein vergünstigtes Ticket für die Zeit vom 25. Februar bis zum 24. März an.
Die vierwöchige Aktion wird seit 15 Jahren von der evangelischen und der katholischen Kirche organisiert, es gibt sie in Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und in Luxemburg. Zuletzt wurden die Wirkungen des Autofastens in einer Studie ermittelt, deren Ergebnisse Ende Januar vorgestellt wurden (der TV berichtete). Fast zwei Drittel der befragten Teilnehmer gaben an, während der Fastenzeit auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen zu sein. Jeweils die Hälfte der Befragten haben auf unnötige Autofahrten verzichtet, sind mit dem Fahrrad gefahren oder zu Fuß gegangen. Etwa zwei Drittel aller Teilnehmer sagten, dass sie ihre Gewohnheiten auch langfristig verändert hätten. Jeder Zweite von ihnen gab an, häufiger als bislang andere Verkehrsmittel als das Auto zu nutzen. Abgeschafft haben es aus dieser Gruppe aber nur vier Prozent der Befragten. Etwas mehr als ein Drittel vermeidet seitdem unnötige Fahrten, gut ein Fünftel fährt energiesparender.