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Stimmung deutlich besser als das Wetter - Regen am ersten von 31 Weihnachtsmarkt-Tagen in Trier

Stimmung deutlich besser als das Wetter - Regen am ersten von 31 Weihnachtsmarkt-Tagen in Trier

Milde zwölf Grad und fast den ganzen Tag Dauerregen - optimale Weihnachtsmarkt-Bedingungen sehen anders aus. Unter den wenigen Besuchern der 37. Auflage des Budenzaubers in Trier ist am ersten Tag die Stimmung besser als das Wetter. Vor allem bei denen, die erstmals da sind.

Trier. Die Leser von Stars & Stripes, der Zeitung für US-Militärangehörige in Europa, haben den Trierer Weihnachtsmarkt kürzlich zum schönsten in ganz Deutschland gekürt. Für James Fligor, seit August in Ramstein stationiert, ein klarer Fall: "Da müssen wir auch mal hin!" Gesagt, getan - und zwar gleich zum Starttag, weil sich das dienstplanmäßig gut einrichten ließ. Leider schüttet es fast den ganzen Tag, und für Schneefall ist es satte zehn Grad zu warm. Enttäuscht? "Überhaupt nicht!", sagt Ehefrau Nicole, "Evelyn hat doch Riesenspaß hier." In der Tat: Die zweijährige Tochter der Fligors ist nur schwer vom historischen Karussell auf dem Domfreihof loszueisen. Und ja klar, knackige Kälte und Sonnenschein wären schöner, aber immerhin gefällt's den Amerikanern insgesamt so gut, dass sie "garantiert wiederkommen" werden.

Der Weihnachtsmarkt im Trie rer Tal und das Wetter - das ist eine Geschichte für sich. Optimale Bedingungen haben großen Seltenheitswert. Elke Gerber-Eckert (62), die auf dem Hauptmarkt Keramikartikel und weihnachtliche Accessoires anbietet, erinnert sich noch lebhaft an zwei Extreme der jüngeren Vergangenheit: "2010 hat so viel Schnee gelegen, dass wir Marktleute tagelang fast unter uns waren. Und letztes Jahr war es doch überwiegend so warm, dass man im Baströckchen hätte herumtanzen können." Vorteil 2016: "Der Winter hat sich ja schon mal kurz gezeigt. Deshalb hat sich bei vielen Leuten schon ein vorweihnachtliches Gefühl eingestellt."

Angela Bruch (46) von der Veranstalterfamilie Oscar Bruch (Andernach/Trier) nimmt's mit Zweckoptimismus: "Montag ist Warmlauftag. Wichtig ist, dass am Dienstag das Wetter mitspielt. Dann kann's richtig losgehen." Die Prognosen verheißen zwar auch für heute keine berauschenden Witterungsbedingungen, doch immerhin soll es weitaus weniger regnen als gestern.

Die feierliche Auftaktveranstaltung des 37. Trierer Weihnachtsmarktes geht ab 17 Uhr auf dem Domfreihof über die Bühne. Dort geben sich die Deutsche Glühweinkönigin Sarah Schmitt und OB Wolfram Leibe die Ehre; das Musikprogramm gestaltet das Trio Die Jungen Tenöre, auf der illuminierten Dombalustrade spielt die Bläsergruppe des Musikvereins Trier-Irsch.

Es folgt der mit insgesamt 31 Veranstaltungstagen längste Trie rer Budenzauber seit Jahren. Letztmals geöffnet sind die insgesamt 95 Holzhäuschen auf Hauptmarkt und Domfreihof am Donnerstag, 22. Dezember. Das Programm im Internet:
weihnachtsmarkt-trier.deAyl

Extra

Conny Moßmann (60), Ayl: Ich bin heute eher zufällig in Trier. Aber wenn schon, dann muss der Abstecher zum Weihnachtsmarkt sein. Natürlich mit Glühwein und Reibekuchen. Schade, dass das Wetter heute so schlecht ist. Wenn's besser wird, komme ich dann mal eigens zum Weihnachtsmarkt nach Trier - wie alle Jahre wieder. Thomas Schmitt (68), Trier-Mariahof: Ich persönlich bin alles anderes als ein Fan des Weihnachtsmarkts. Ich habe gar nichts daran. Aber ich finde, er gehört zu Trier und auch auf Hauptmarkt und Domfreihof. Damit muss und kann man viereinhalb Wochen im Jahr leben. Und den Leuten, die gerne hingehen, gönne ich ihr Vergnügen. Lena Frankreiter (21), Bleckhausen (Vulkaneifelkreis): Ich bin nicht zum Vergnügen hier, sondern zum Mittagessen. Ich bin Fachangestellten-Azubi in einer Rechtsanwaltskanzlei in der Altstadt und esse meistens in Trier. Der Weihnachtsmarkt bietet willkommene Alternativen. Heute gönne ich mir Champignons.