Stirbt das Südbad?

TRIER. Droht die Sanierung des Südbads doch noch zu scheitern? Dass noch längst nicht alles in trockenen Tüchern ist, zeigt eine interne Aktennotiz, die dem Volksfreund vorliegt.

Das vierseitige Schreiben wurde nach einem Vororttermin im Südbad am 31. Mai vom Sportamt verfasst. Bei dem Gespräch dabei waren neben Sportdezernent Georg Bernarding Vertreter der Stadtverwaltung, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier und des Mainzer Sportministeriums. Hauptgesprächsthema: Kosten und Finanzierung der Südbadsanierung. Oberbürgermeister Helmut Schröer hatte im Sommer 2005 dem Land eine Sanierungssumme von fünf Millionen Euro genannt. Nach den jetzt vorliegenden Plänen soll das Bad 8,5 Millionen kosten - zu viel für die leeren Landeskassen. Bei den fünf Millionen habe es sich um eine Mindeststumme gehandelt, der Umbau des Eingangsgebäudes sei nicht eingeflossen, begründete Bernarding laut Notiz die gestiegenen Kosten. Harry Herrmann, Schwimmbad-Referent im Landesministerium, hielt dagegen: 8,5 Millionen seien mit den Landeskriterien nicht vereinbar. Bernarding verwies auf den Bürgerwillen, das Bad in Form und Struktur zu erhalten. Daher seien die 8,5 Millionen unbedingt notwendig - Einsparpotenzial ergebe sich lediglich aus dem Ausschreibungsverfahren. Herrmann dagegen sieht "weiteres Einsparpotenzial" - worin, wird aus dem Schreiben allerdings nicht deutlich. Das Südbad genieße keine Priorität beim Lande, wird Herrmann zitiert. 80 Förderanträge lägen vor, mehr als 50 Prozent davon müssten abgelehnt werden, weil die Anträge nicht "nachvollziehbar und darstellbar" seien. Auch ADD-Präsident Josef Peter Mertes zeichnete eine düstere Zukunft: Mit dem anvisierten 40-Prozent-Landeszuschuss sei nicht zu rechnen, wodurch der Eigenanteil der Stadt steigen würde. Die ADD habe zu diesem Zweck zwar einen Sonderkredit zugesagt, allerdings könnten nur zwingende Investitionen berücksichtigt werden. Es müsse hinterfragt werden, ob das Bad generell weiter betrieben werden könne, oder ob das die Finanzkraft der Stadt überfordere. Heute Abend diskutiert Sportdezernent Bernarding - der trotz der Gesprächsergebnisse fest mit einem Südbad-Baubeschluss im Juli rechnet - unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit dem Sportausschuss über die Zukunft des Südbads.

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