Stopp dem Fahrrad-Klau!

TRIER. Abschließen, aber nicht irgendwie: Weil die Zahl der Fahrraddiebstähle 2006 in Trier drastisch gestiegen ist, hat die Polizei über mögliche Sicherheitsmaßnahmen informiert.

Vielleicht ist Verwirrung das erste Gefühl, das Betroffene überkommt, wenn sie sehen, dass sie nichts sehen. Zumindest nicht das Fahrrad, dass sie dort abgestellt zu haben glaubten. Oder hatten sie es doch woanders hingestellt? Spätestens, wenn sie diese Frage mit Nein beantworten, dürfte unangenehm die Erkenntnis dämmern, dass das Fahrrad gestohlen wurde. Mindestens 218 Mal ist dies seit Januar 2006 in Trier geschehen - zumindest wurden der Polizei so viele Fahrraddiebstähle angezeigt. "Die Dunkelziffer dürfte aber viel höher liegen", sagt Verkehrssicherheitsberater Karl-Peter Jochem, denn nicht jeder Diebstahl wird auch gemeldet. Im gleichen Zeitraum waren es 2005 "nur" 138. Das ist eine Steigerung um fast 60 Prozent. Weil die Zahl der Diebstähle so drastisch gestiegen ist und nur acht der Fälle aufgeklärt werden konnten, hat die Polizei gestern am Fahrradweg unter den Bäumen zwischen Theodor-Heuss-Allee und Christophstraße Sicherheitsfragen rund um den Drahtesel beantwortet. Denn, die meisten der gestohlenen Fahrräder waren abgeschlossen - nur eben nicht gut genug. Deshalb stand das Thema "Fahrradschloss" an erster Stelle der Beratungen. "Jemand, der beabsichtigt, ein Fahrrad zu stehlen, will, dass das schnell und leise geht", sagt Jochem. Deshalb sei das Wichtigste, ein massives Schloss zu haben, dass nicht einfach mit Seitenschneider oder Kombizange geknackt werden kann. Zu empfehlen sind massive Bügel- oder Panzerkabelschlösser. Ein Speichenschloss hingegen sei völlig unzureichend. Zudem komme es darauf an, nicht nur ein Rad zu blockieren oder am Rahmen festzuschließen, sagt Jochem, "nicht selten werden ganze Fahrräder auf einen Hänger gepackt und mitgenommen". Später können die Diebe dann in aller Ruhe die Schlösser öffnen. Man sollte Räder deshalb immer samt Rahmen an etwas festschließen, zum Beispiel an Geländern, Laternenpfählen, Fahrradständern oder Bäumen. Neben einem guten Schloss kann auch eine individuelle Rahmennummer Täter abschrecken. Diese enthält codierte Angaben über den genauen Wohnort und die Initialen des Besitzers. Bei Fahrradkontrollen fällt daher sehr viel schneller auf, wenn jemand mit einem gestohlenen Rad unterwegs ist. Zudem lassen sich codierte Räder schwerer weiterverkaufen. Eine solcher Code wird gegen Vorlage eines Eigentumsnachweises von der Polizei, Fahrradhändlern oder dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) vergeben. "Finger weg! Mein Fahrrad ist registriert", steht auf dem dazugehörigen Aufkleber. Zusammen mit der Rahmennummer und zahlreichen anderen Angaben (darunter Marke, Farbe, Material, Reifengröße) sollte dieser Code in einen Fahrradpass eingetragen werden. Diese Datensammlung erleichtert der Polizei die Fahndung nach gestohlenen und die Zuordnung von wieder aufgetauchten Fahrrädern - und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit, den zweirädrigen Freund wiederzusehen. Auch bei Schnellspannern lässt sich für mehr Sicherheit sorgen, indem man handelsübliche Fabrikate zur Befestigung von Sattel, Vorder- oder Hinterrad durch codierte Verschraubungen ersetzt. Diese sind nur mit einem speziellen Schlüssel zu öffnen. Weil wegen des Regens weniger Fahrradfahrer das Polizei-Info-Mobil passierten als erhofft, wird es noch dieses Jahr eine Zweitauflage der Info-Veranstaltung geben.

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