Stoßstange an Stoßstange

Überhitzte Motoren und blank liegende Nerven machten die Heimfahrt gestern Nachmittag zur Tortur. Zwischen Zewen, Euren und der Innenstadt brach der Verkehr zusammen. Dafür sorgte eine Baustelle auf der Konrad-Adenauer-Brücke.

Nichts geht mehr im Südwesten Triers: Starke Nerven waren gefragt. TV-Foto: Eva Großeastroth

Trier. Es begann bereits am Mittag. Epizentrum des Mega-Staus war die Konrad-Adenauer-Brücke: Deren Abfahrt in Richtung Konz wurde neu asphaltiert und war deshalb gesperrt. Wer über die Brücke in Richtung Konz fahren wollte, musste die zweite Abfahrt nehmen und wurde dann von der sehr kurz geschalteten Linksabbieger-Ampel stadtauswärts gebremst.

Schon vor dem Berufsverkehr schuf diese Situation einen gewaltigen Rückstau von der Konrad-Adenauer-Brücke bis zur Ortsgrenze Zewen. Die Luxemburger Straße war dicht. Viele der dort festsitzenden Fahrer erkannten recht früh die Aussichtslosigkeit ihrer Lage, wechselten bei Gelegenheit auf die andere Seite und schufen so auch in Gegenrichtung einen Stau vor der ebenfalls sehr kurz geschalteten Ampel in der Ortsmitte Zewen.

Als der Feierabendverkehr dann einsetzte, war auch diese Strecke blockiert. Vom Gewerbegebiet Gottbillstraße bis Zewen standen die Wagen Stoßstange an Stoßstange. Schnell waren auch alle Schleichwege dicht. Zwischen 17 und 18.30 Uhr wurden die Gewerbegebiete Gottbillstraße und Hanns-Martin-Schleyer-Straße auf diese Weise quasi zu abgeschnittenen Inseln. Alle Routen waren dicht. Manche Beschäftigte der dortigen Firmen verschoben ihren Feierabend freiwillig oder marschierten zu Fuß in Richtung Innenstadt. Die Radfahrer waren klar im Vorteil. Als die Abfahrt in Richtung Konz auf der Konrad-Adenauer-Brücke gegen 18.45 Uhr geöffnet wurde, normalisierte sich die Lage schnell wieder.

Meinung

Eine Quälerei mit Ansage

Eine neue Asphalt-Decke für einen Verkehrs-Knotenpunkt während des Berufsverkehrs - es gibt keine, aber auch wirklich gar keine nachvollziehbare Begründung für solche Kabinettstückchen. Die Gedulds- und Belastungsprobe für Mensch und Material, die in Trier gestern den Autofahrern - wieder einmal - zugemutet wurde, war eine Quälerei mit Ansage und hätte auf eine verkehrsarme Zeit, ein Wochenende, verschoben werden müssen. Die Römerstadt verliert mächtig viele Sympathie- und Qualitätspunkte durch solche künstliche Katastrophen. Außerdem leiden die Umwelt und die Gesundheit der Stau-Piloten. j.pistorius@volksfreund.de