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Straßenbauprojekt - Moselaufstieg - Das Autozählen dauert und dauert

Straßenbauprojekt : Moselaufstieg - Das Autozählen dauert und dauert und dauert

Seit dem Jahr 2016 werden die Planunterlagen für den Moselaufstieg aktualisiert. Derzeit hakt es bei einer Verkehrsuntersuchung.

Der Bund bestellt und bezahlt, das Land plant. So lassen sich die Beziehungen bei Verkehrsprojekten wie der A 1, dem Hochmoselübergang oder dem Moselaufstieg zwischen Igel und Trier-Zewen auf einen einfachen Nenner bringen. Was die neue Straße zwischen der B 51 bei Konz und der Autobahn 64 bei Trierweiler betrifft, so zieht sich das mit der Erledigung der Bestellung offensichtlich weiter hin.

Wenn es um die Straße geht, die durch ein Waldgebiet von der Mosel auf die Eifelhöhe geführt werden soll, dann müssen die Planer des Landesbetriebs Mobilität nicht bei Null anfangen. Denn es hat schon einmal eine komplett fertige Planung gegeben. Diese verschwand jedoch wieder in der Schublade. Grund: Das Oberverwaltungsgericht hatte 2005 festgestellt, dass das Straßenprojekt auf Jahre hinweg nicht finanzierbar sein wird. Das lag daran, dass die Straße nicht im sogenannten vordringlichen Bedarf eingruppiert war. Gegen den Willen der Landesregierung (siehe Info) ist 2016 vom Bundestag der Moselaufstieg jedoch erneut in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Nun sogar in den vordringlichen Bedarf.

Vordringlicher Bedarf bedeutet, dass für die Projekte in absehbarer Zeit Geld da ist und dass sie in absehbarer Zeit auch umgesetzt werden. An dieser Priorisierung ändert auch die von eine Mehrheit im Trierer Stadtrat im September verabschiedete Resolution nichts. Denn die Kommunen Trier, Trierweiler oder Igel werden allenfalls um ihre Meinung zur Straße gebeten. Die Bundesrepublik will die Straße, zahlt für die Straße und lässt sie vom Landesbetrieb planen.

Die Schubladenpläne für die neue Straße müssen jedoch den heutigen Anforderungen angepasst werden. Und das scheint zu dauern. Dazu sagt Hand-Michael Bartnick, stellvertretender Leister des Landesbetriebs (LBM) Trier. „Weiterhin gilt es, den Raumordnerischen Entscheid aus dem Jahr 1995 auf seine Aktualität und weitere Verbindlichkeit zu überprüfen.“ Der LBM lasse deshalb eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellen. Die erforderliche Grundlagenarbeit zur Erkundung von Flora und Fauna sei 2019 zwar beendet worden. „Die abschließende Bearbeitung der Umweltverträglichkeitsstudie ist allerdings von den Prognoseverkehrsstärken und den damit verbundenen Beeinträchtigungen für Natur und Umwelt abhängig.“ Damit meint Bartnick unter anderem die Zahl der Fahrzeuge, die dort vermutlich einmal unterwegs sein werden. Die dazu notwendige Verkehrsuntersuchung nimmt das komplette Trierer Tal in den Blick und ist immer noch nicht fertig (der TV berichtete). Das Gutachterbüro erhebt laut LBM dazu weiterhin die Grundlagen. Ursprünglich sollte die Verkehrsuntersuchung Mitte 2019 fertig sein. Dann war Ende 2019 als Fertigstellungstermin genannt worden.

Bei den Berechnungen für den Bundesverkehrswegeplan war davon ausgegangen worden, dass dort täglich rund 13 000 Fahrzeuge auf der neuen Straße zwischen Moseltal und den ersten Eifelhöhen unterwegs sein werden. In der multimodalen Potenzialstudie für den Raum Trier-Luxemburg (siehe Info) aus dem Jahr 2013 sah die Sache noch ganz anders aus. Damals war davon die Rede, dass beim Bau von Moselaufstieg und Meulenwaldautobahn (A 64/B 52) täglich 22 000 Fahrzeuge auf dem Moselaufstieg unterwegs wären, auf der Meulenwaldautobahn 15 000.

Pläne für die mindestens so umstrittene Verbindung im Norden der Stadt liegen möglicherweise auch noch in der Schublade. Doch hat es dieses Projekt nicht in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans geschafft, so dass die Papiere  wohl auch in der Schublade bleiben.