Streifzug mit kritischem Blick
Zwölf Gemeinden treten in diesem Jahr im Landesfinale des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" an, um sich für den Bundesentscheid im August zu qualifizieren. Darunter ist auch Riol. Zweieinhalb Stunden lang präsentierte sich der Moselort der Landeskommission von seiner Schokoladenseite.
Riol. Ende April hatte Innenminister Karl Peter Bruch den Startschuss für das Landesfinale gegeben. Heißt: Die Landeskommission geht acht Tage lang auf Besichtigungstour, um die Sieger aus dem Landesentscheid 2006 zu besuchen und zu bewerten. Gestern waren die Mitglieder des Bewertungsausschusses unter der Leitung von Franz Kattler, Referatsleiter Dorferneuerung im Innenministerium, zu Gast in Riol.Busrundfahrt zu den besten Punkten
Die mittlerweile wettbewerbserfahrene und erfolgreiche Gemeinde hatte sich bestens auf den großen Tag vorbereitet und auch diesmal einen guten Draht zu Petrus. Unter strahlend blauem Himmel hieß Riols Ortsbürgermeister Arnold Schmitt die sechsköpfige Kommission, Landrat Günther Schartz, Bürgermeister Berthold Biwer sowie zahlreiche Bürger und Bürgerinnen herzlich willkommen, bevor Egbert Sonntag den Moselort via Powerpoint-Präsentation im Rathaus vorstellte. Da Theorie und Praxis bekanntlich zwei Paar Schuhe sind, lud der Orts-Chef die Kommission zu einer Busrundfahrt durch die 1000-Einwohner-Gemeinde und die unmittelbare Umgebung ein.Martinstraße, Kindertagesstätte, Feuerwehrgerätehaus, Sportanlage, Weinberge mit freiem Blick auf den entstehenden Freizeitsee. Zurück ging es durch das 88 Baugrundstücke umfassende Neubaugebiet hin zum Festplatz direkt am Moselufer, wo Weinkönigin Daniela die Ankömmlinge mit einem prickelnden Sekt empfing. Dann noch einmal Perspektivenwechsel: Die letzte Runde der Besichtigungstour wurde zu Fuß bei Marias Lädchen, einem gut sortierten Tante-Emma-Laden, eingeläutet und führte vorbei an restaurierten Häusern, entlang des preisgekrönten Jugendklubs bis hin zum Bürgerhaus.Dort endete der besondere Streifzug mit einem kurzen Resümee des Kommissionsleiters. Die Anwesenden klebten Franz Kattler an den Lippen, als er kurz seine Impressionen preis gab. "Wir haben hier einen guten Eindruck gewonnen", betonte er. Die Präsentation habe ihm sehr gut gefallen, vor allem da sie sich an den Bewertungsbögen orientiert habe. Er hob die hochwertige Freizeit- und Tourismusstruktur von Riol hervor und lobte den frühen Start der Moselgemeinde in die Dorferneuerung.Landesweite Konkurrenz
Abschließend gab Kattler bekannt, dass der Minister die Gemeinden über das Ergebnis informieren werde. Insgesamt werden vier Ortsgemeinden für die Teilnahme am Bundeswettbewerb im August ausgewählt. Neben Riol sind noch Metterich (VG Bitburg-Land), Meerfeld (VG Manderscheid), Steffeln (VG Obere Kyll) sowie Steinweiler, Schmitshausen, Niederelbert, Oberfell, Ernst, Hergenfeld, Eckelsheim und Eppelsheim im Rennen.Zeitnah, ein paar Tage nach dem 9. Mai, könne mit dem Ergebnis gerechnet werden. Bis dahin heißt es wieder einmal: Daumen drücken!