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Streit in Naurath in der Eifel: Straßensanierung verärgert Anwohner

Wir kümmern uns : Warum die Sanierung einer Straße in Naurath die Anwohner verärgert

Straßenbaustellen in engen Ortsdurchfahrten bergen bekanntlich ein hohes Konfliktpotenzial. So auch in Naurath. Dort führt die Sanierung einer Straße zu großen Problemen. Nach Klagen von Anwohnern haben wir recherchiert.

Beteiligt an dem dort aufkommenden Stress sind immer die üblichen „Parteien“: Auf der einen Seite die vom Bau direkt oder auch nur indirekt betroffene Ortsbevölkerung, auf der anderen Seite die planende und als Bauherr auftretende Verwaltung. Oft geht es auch noch gegen die beauftragten Baufirmen, denn die arbeiten an der vordersten Front, und wehe, wenn der Bagger – warum auch immer – einmal zwei Tage stillsteht. Motto: „Die tun nix, der Bau dauert ewig und wir hier im Ort sind die Leidtragenden.“

Genau dieses Stimmungsbild hat sich rund im eine Straßenbaustelle im Dorfzentrum von Naurath/Eifel entwickelt. Die Kirchstraße ist eine Kreisstraße und führt quer durch den Ort. Sie verbindet nicht nur die beiden Dorfhälften, sondern stellt im Verbund mit Wald- und Föhrener Straße eine wichtige Direktverbindung des Raums um Zemmer-Rodt nach Hetzerath und zur L141 nach Wittlich dar. Leider hatte man der Straße, wie vielerorts in den 80er-Jahren, auf rund 100 Metern ein „schickes“ helles Betonsteinpflaster verpasst, das sich dann, wie überall, nur als wenig haltbar erwies. So beschloss der Kreis Trier-Saarburg, die Straße zu sanieren – mit neuem Unterbau und darüber einem konventionellen Asphaltbelag. Da Kreisstraße, werden keine Anliegerkosten anfallen.

Mitte August rückte die Baufirma Köhler mit dem Bagger an und begann, bei Vollsperrung das alte Pflaster rauszureißen. Wie immer federführend bei Planung war hier der Landesbetrieb Mobilität (LBM). Das gilt auch für die Verkehrsführung und die Einrichtung von Umleitungen während der Bauzeit.

Und damit begann der Ärger, denn plötzlich waren einige Kilometer Umweg durch den Wald zu überwinden, um mit dem Auto von einem Dorfende zum anderen zu gelangen. Die ausgeschilderte Umleitung führt über die L 46, L 43 (Heidweiler) und die K 38 (für den LKW-Verkehr sind unterschiedliche Umleitungen ausgeschildert). Wegen der geringen Fahrbahnbreite der K 38 durch den Wald wurde dieser Abschnitt als Einbahnstraße ausgeschildert. Die Umleitung in der Gegenrichtung führt daher über Heidweiler. Etwa sechs Wochen, so hieß es, sollte dies alles andauern.

Nicht wenigen in Naurath war das dann zu viel, das große Murren begann, Beschwerden über „die Zustände“ kamen auch beim Volksfreund an. Beschwerden und Fragen: Warum kann man auf der Kirchstraße keine Baustellenampel einrichten? Warum keine kurze Umleitung über einen Wirtschaftsweg und die Hofgartenstraße im Neubaugebiet? Warum kann man wenigstens nicht abends nach Feierabend durch die Baustelle fahren? Warum dauert das so lange, um „die paar Meter Straße“ zu erneuern? Der TV hat bei allen Beteiligten nachgefragt, als da wären der LBM Trier, die Kreisverwaltung, der Stromversorger Westnetz und die Verbandsgemeindewerke Schweich.

Zur Dauer: Es handele sich um eine grundlegende Straßensanierung auch mit Unterbau und insgesamt 200 Meter gepflasterter Rinne, sagt die Firma Köhler. Rund zehn Trinkwasserhausanschlüsse wurden erneuert, Dauer etwa eine Woche, und 24 Meter Leerrohre für Stromkabel verlegt. Und LBM-Sprecher Ralf Jakobs sagt zur Verkehrsführung: „Wir dürfen nicht den Durchgangsverkehr über einen Wirtschaftsweg und die anschließende Gemeindestraße umleiten, zumal dort auch noch eine Baustelle ist. Für eine halbseitige Sperrung entlang der Baustelle reichen die Fahrbahnbreiten gemäß den Vorschriften der Arbeitssicherheit nicht aus. Insofern gibt es zu der Vollsperrung keine Alternative.“ Außerdem lasse der Bauzustand (Gräben, Anlage Entwässerungsrinne) das Befahren der Baustelle nach Feierabend und am Wochenende nicht zu.

So weit ein paar sachliche, klare Worte der Experten zum Warum und Weshalb. Als der TV dies einigen Beschwerdeführern vor Ort erklärt, beruhigt sich die Stimmung sofort spürbar. Übrigens hatten einige selbsternannte „Ordnungshüter“ – oder war es nur einer – die Stimmung zusätzlich angeheizt, als sie Fotos von Ortskundigen machten, die mit ihren Autos durch die nicht offizielle Umgehung über das Neubaugebiet fuhren.