Streit um City-Markt

Der City-Supermarkt in der Fleischstraße, einer der letzten großen Lebensmittelmärkte in der City, wird zum Fall für den Insolvenzverwalter. Ein Antrag auf vorläufige Eröffnung des Verfahrens läuft. Von einer Schließung ist allerdings keine Rede.

Trier. "Wegen Inventur geschlossen" - dieses Schild empfängt momentan jeden, der im City-Supermarkt im Untergeschoss der Galeria Kaufhof in der Fleischstraße einkaufen will. Erst morgen soll der Betrieb wieder laufen. Der Lebensmittelmarkt, der 2003 sein 30-jähriges Bestehen feierte, steht vor der Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens. Betreiber Günter Schäpers lehnte eine Stellungnahme ab."Der Markt wird nicht geschlossen", betont der vorläufige Insolvenzverwalter Wilhelm Denzer. "Die Edeka wird ihn in Zukunft betreiben." Günter Schäpers hat den Markt seit Jahren als selbstständiger Franchise-Nehmer geführt und ihn von der Edeka gepachtet.Bisher gibt es trotz mehrfacher Anfrage keine Erklärung des Lebensmittel-Riesen. Aus informierten Kreisen erfuhr der TV allerdings Einzelheiten, die auf einen Konflikt zwischen Schäpers und der Edeka hindeuten. Dieser Konflikt habe dazu geführt, dass Schäpers nicht mehr weitermachen will, erklärt ein Eingeweihter, der nicht genannt werden will. "Es kam zu harten Auseinandersetzungen und schließlich zum Ende des Pachtverhältnisses." Basis des Streits seien die Fleisch-Preise gewesen, "die schließlich so hoch waren, dass Günter Schäpers keinen Gewinn mehr machen konnte".Karin Kaltenkirchen, Vorsitzende der City-Initiative Trier, erfuhr laut eigener Aussage wenige Minuten vor dem Anruf des TV von der vorläufigen Insolvenz. "Ich bin bestürzt", sagte sie spontan. "Es gibt ohnehin kein großes Lebensmittel-Angebot mehr in der Innenstadt. Die Kunden neigen eher dazu, Märkte gezielt mit dem Auto anzusteuern." Doch ein anderer großer Händler steht bereit: Im Dezember soll die Plus-Kette ihren Markt in der Treveris-Passage eröffnen. "Wenn die Arbeiten weiter so gut laufen, kann die Eröffnung am 1. oder am 15. Dezember stattfinden", meldet Peter Becker von der LBS Immo GmbH, die die Passage vermarktet. "Die Verkaufsfläche wird 750 Quadratmeter umfassen."