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Zurückgeblättert
Beim Rind hört der Sparwille auf

Trier. Geldnöte in öffentlichen Haushalten sind keine Erfindung der 2010er Jahre. Bereits 1994 muss der Trier-Saarburger Kreishaushalt tüchtig durchgerüttelt werden, weil die damalige Bezirksregierung auf Einsparungen besteht. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Heute heißt diese Behörde Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion. An den Haushalten von Landkreis oder Stadt Trier gibt es weiter viel anzumerken. Umgerechnet rund 600 000 Euro sollten  vor 25 Jahren im Haushalt des Kreises gespart werden. Die Bezirksregierung hatte eine Liste mit Einsparmöglichkeiten mitgeliefert. Unter anderem bei den Kreisstraßen und auch beim Kreuzjochhaus oberhalb von Garmisch-Partenkirchen. Das hatte der Landkreis als Landschulheim erworben. Erst Ende der 1990er Jahre war damit Schluss. 1994 macht der Kreistag nicht mit beim Sparen am Haus in den Alpen. Ähnlich störrisch verhält sich die Kreistagsmehrheit von CDU, Freien Wählern und FDP bei einem weiteren Einsparmöglichkeit: der Rinderbesamung. Sowohl Bezirksregierung als auch die Kreisverwaltung waren zuvor der Meinung gewesen, dass der Kreiszuschuss in Höhe von rund 20 000 Euro nicht notwendig ist.
Was macht man nur mit einem ehemaligen Militärhospital? Dies ist nur eine der Fragen gewesen, vor der Bund, Land und Stadt Trier nach dem Abzug französischer Truppen gestanden haben. Als Abnehmer fürs Lazarett André Genet finden sich 1993 Studenten, die dort in früheren Patientenzimmern eine Bleibe mit teils hervorragender Aussicht finden. Zum Wintersemester 1993/94 wird die Liegenschaft dann zum Zentrum des Fachbereichs Geographie. Das ist offensichtlich sehr schnell über die Bühne gegangen. Es hat keine Mensa, keine Bibliothek und viel zu wenig Waschbecken gegeben. Inzwischen heißt das Gebäude Geozentrum und beherbergt den Fachbereich VI Raum- und Umweltwissenschaften. Und natürlich eine Mensa, eine Busanbindung und hat genügend Waschbecken. ⇥Harald Jansen