Streitigkeiten mit Köpfchen lösen: "Rede doch mit ihm"

Streitigkeiten mit Köpfchen lösen: "Rede doch mit ihm"

TRIER. (ae) Mit Begeisterung nahmen Grundschüler aus Trier und Umgebung das Mitmach-Theaterstück "Gleich knallt´s" in der Trierer Tuchfabrik auf. Die vergnügliche Lehrstunde über den Umgang mit Streit war Auftakt der achten Projektwochen des Arbeitskreises "Gewaltprävention der Stadt Trier und des Kreises Trier-Saarburg".

Unterschiedliche Veranstaltungen, zum Beispiel Theateraufführungen, Selbstbehauptungstrainings und Fortbildungen, bietet der Arbeitskreis Gewaltprävention der Stadt Trier und des Kreises Trier-Saarburg vom 10. Mai bis 15. Juni im Rahmen seiner inzwischen achten Projektwochen unter dem Motto "Gewalt hat viele Gesichter" an. Die jeweils auf sie zugeschnittenen Angebote sollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt anregen und sie mit Strategien zu deren Verminderung vertraut machen. Dass das ohne erhobenen Zeigefinger und mit Witz funktionieren kann, zeigte bereits die Auftaktveranstaltung des Ein-Mann-Animationstheaters Hein Knack in der Tufa Trier. Mit seinem Stück "Gleich knallt´s" um den Streit zwischen zwei Freunden begeisterte Schauspieler Heinz Diedenhofen hundert Grundschulkinder aus Trierweiler, Mertesdorf, Kasel und Trier. Sie waren nicht nur Zuschauer, sondern auch mit Feuereifer Beteiligte, denn Diedenhofen bezog sie von Anfang an in die Handlung mit ein. Die Kinder als "Eindringlinge" in ein Geheimversteck lieferten den Grund für eine Auseinandersetzung zwischen dem clownesken Pipo und seinem Freund Popi. Popi beschuldigte Pipo, das Versteck an die Kinder verraten zu haben und drohte mit "Haue". "Was würdet ihr machen?", wandte sich Pipo an sein Publikum. "Selber verhauen!", war eine der Antworten aus der Menge. Diedenhofen nahm den Impuls auf, setzte ihn in eine bewusst klamaukartige Spielszene um und arbeitete so mögliche Folgen heraus: "Dann kommt der mit seiner Keule, und es geht immer so weiter - das ist was für Blöde!" Aber die Kinder hatten noch andere Ideen: "Verstecken, abschrecken!" Auch das wurde ausprobiert, wobei das Abschrecken durch lautes Geschrei natürlich besonders viel Spaß, aber nicht den gewünschten Erfolg brachte. Überlegungen zum Einsatz von Waffen lehnten die Kinder mit Berichten über eigene Verletzungen ab. In den Verlauf des Stücks, das sich auf der Bühne und im Publikum abspielte, wurde geschickt das Thema Feindbilder eingeflochten und die in Filmen propagierte Schwarz-Weiß-Sicht hinterfragt: "Popi ist ja nicht immer böse, nur diesmal." Und weil damit eine Erfahrung aus Freundschaften der Kinder angesprochen wurde, rieten sie lauthals zur einzigen Möglichkeit, mit der sie selbst in ähnlichen Situationen erfolgreich waren: "Rede doch mit ihm!"

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