Strenger Winter: Schweicher Bad öffnet später

Strenger Winter: Schweicher Bad öffnet später

Der harte Winter fordert seinen Tribut bei der Freibadsanierung in Schweich. Es steht jetzt fest, dass der anvisierte Öffnungstermin in der zweiten Maihälfte nicht mehr eingehalten werden kann. Die Badesaison soll jetzt sechs bis acht Wochen später beginnen. Neuer Wunschtermin: Vor den Sommerferien im Juli.

Schweich. Dieser Winter katapultiert die Planer und Handwerker von einem Extrem ins andere. Anfang des Jahres hatte es noch geheißen, der milde Dezember begünstige die Umbauarbeiten am Schweicher Schwimmbad und die Chancen für eine Öffnung an Pfingsten (19./20. Mai) stünden gut. Doch das erste Quartal 2013 hat alle guten Vorsätze zunichte gemacht. "Die Arbeiten werden sich wegen der ungünstigen Witterung um sechs bis acht Wochen verzögern", sagt Christiane Horsch, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Schweich.
Keine Schweißarbeiten möglich


Sie hofft nun, dass die Bedingungen auf der Großbaustelle in Schweich nach Ostern besser werden und dann mit Hochdruck weitergearbeitet werden kann. Auf einer Besprechung mit ihrem Mitarbeiterstab und der Bauleitung hat die Verwaltungschefin am Dienstag einen Wunschtermin für die Eröffnung vorgegeben: "Unbedingt noch vor den Sommerferien." Diese beginnen am 8. Juli. Die VG Schweich betreibt zwei Freibäder - in Schweich und auf der Zummeter Höhe bei Leiwen.
Nach Auskunft von Bauleiter Ulrich Hower sind die niedrigen Temperaturen für die Verzögerungen verantwortlich. Gewisse Erdarbeiten könnten bei Frost nicht ausgeführt werden. Auch für das Schweißen an Rohrleitungen und Edelstahlbecken brauche man bessere Bedingungen - mindestens fünf Grad Celsius. Bürgermeisterin Horsch zufolge wirkt sich die zeitliche Verzögerung nicht negativ auf die Baukosten aus. Der Anteil der Verbandsgemeinde Schweich bleibe gleich, obwohl der gesamte Kostenrahmen der Badsanierung von rund 2,8 Millionen Euro auf knapp drei Millionen Euro steige. Das liege daran, dass es neben der zugesagten Landesförderung über 1,2 Millionen Euro auch einen Kreiszuschuss in Höhe von 279 000 Euro gebe.
Zwei neue Rutschen


Schon bei der Ausschreibung der Edelstahlbecken waren die Finanzen der VG geschont worden: Das Ergebnis der Submission lag deutlich unter der kalkulierten Summe. Das verschaffte Luft für zusätzliche Anschaffungen wie ein größeres Kinderbecken (jetzt 82 statt 62 Quadratmeter), eine breite Kinderrutsche, eine neue Großrutsche (sie sollte ursprünglich nur gestrichen werden) und neue Pflasterbereiche. Horsch: "Anfangs war nur eine Beckensanierung geplant, dann kam immer mehr dazu." (Weitere Ausstattungsdetails im Extra.)
Ein Novum in der Region Trier wird die Abdeckung des Hauptbeckens sein. Angetrieben von einem Elektromotor, wird die Plane abends ausgerollt, damit das Wasser über Nacht weniger auskühlt. Das spart Energie. Die Kosten von 150 000 Euro hätten sich in fünf Jahren amortisiert, sagt Schwimmbadarchitekt Karl-Heinz Reuter. Das Badgebäude soll an das neue Heizblockkraftwerk des benachbarten Schulzentrums angeschlossen werden, das Badewasser wird über eine Solaranlage beheizt, die sich auf einem Turnhallendach in der Nähe befindet.Meinung

Auf die Ferien kommt es an
Dass sich die Sanierung des Freibads Schweich um einige Wochen verzögert, ist noch kein Beinbruch. Fatal wäre es allerdings, wenn der von der Bürgermeisterin ausgerufene Eröffnungstermin vor den Sommerferien nicht eingehalten werden könnte. Denn die sechs Wochen ab dem 8. Juli werden die meisten Besucher anlocken; sie sind beim Verlustbetrieb Schwimmbad noch die wirtschaftlichsten. Schlimmer jedoch als der finanzielle Verlust würde der Imageschaden wiegen, den Schweich als aufstrebende Schul- und Fremdenverkehrsstadt durch ein ganzjährig geschlossenes Bad erleiden würde. Selbst wenn die Witterung nach Ostern mitspielen sollte, können Planer und Schwimmbadfreaks noch nicht aufatmen. Beim Kylltalbad in Kordel war es die neue Technik, die verrückt spielte. Aber wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen. Noch ist die Schweicher Badesaison nicht verloren. a.follmann@volksfreund.deExtra

Becken: Sie sind nicht mehr gefliest, sondern aus Edelstahl. 35 Tonnen Edelstahl werden verbaut. Das Material ist sehr langlebig, "unkaputtbar", sagt Schwimmbadplaner Karl-Heinz Reuter. Schwimmbereich: Es gibt fünf Bahnen, die 50 Meter lang sind. Etwa die Hälfte des Hauptbeckens ist 1,36 Meter tief, der andere Bereich, in dem sich auch die Startblöcke befinden, ist 1,80 Meter tief. Beach-Bereich: Er wird dort angelegt, wo das Springerbecken war. Einen Sprungturm gibt es künftig nicht mehr. alf

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