Stromausfälle in Konz und in Trierer Klinik - Notfallplan greift

Stromausfälle in Konz und in Trierer Klinik - Notfallplan greift

Gleich zwei Stromausfälle innerhalb von zwölf Stunden haben die Einsatzkräfte in Konz und Trier am späten Montagabend und Dienstagmorgen beschäftigt. In Trier war ein Krankenhaus, in Konz die komplette Innenstadt betroffen.

Das Trierer Brüderkrankenhaus am späten Montagabend und die Konzer Innenstadt am Dienstagmorgen. Rettungskräfte und Feuerwehren sind gleich zu zwei größeren Einsätzen nach Stromausfällen ausgerückt. Die Ursachen sind vollkommen unterschiedlich. Mit der Hitze, wie viele spekuliert haben, haben die Vorfälle laut Experten jedenfalls nichts zu tun (siehe Info).

Stadt ohne Energie 8.01 Uhr, Dienstagmorgen. Ein Bagger stößt bei Tiefbauarbeiten in der Konzer Bahnhofstraße auf eine wichtige Leitung. Sie führt die 20 Kilovolt Strom und versorgt große Teile der Stadt Konz. Der Baggerfahrer beschädigt sie schwer. In etlichen Haushalten, Geschäften und Unternehmen in der Innenstadt, Berendsborn, Karthaus und Könen ist der Strom weg. Die Ampelanlage an der zentralen Kreuzung zwischen Schiller- und Granastraße fällt aus, Geschäfte schließen vorübergehend, Ärzte schicken ihre Patienten nach Hause.

Fast zeitgleich rückt die Feuerwehr in den Gewerbepark der Triwo AG an, das nur wenige hundert Meter von der Bahnhofstraße entfernt liegt. Zunächst geht das Gerücht um, dass eine Trafostation brenne und deshalb der Strom ausgefallen sei. David Kryszons, Pressesprecher der Westnetz GmbH, die das Stromnetz in Konz betreibt, korrigiert das im Gespräch mit dem TV: "Ursächlich war der Defekt am Erdkabel. Infolge dieses Schadens kam es zum Brand an der Trafostation."

Wegen der Rauchentwicklung rücken die Wehrleute mit Atemschutzausrüstung an. Weil die Feuerwehr den Trafo wegen der Gefahr durch Strom kein Wasser einsetzen kann, dauert es etwas länger, bis der kleine Brand gelöscht ist. Auch die Westnetz-Mitarbeiter brauchen etwa anderthalb Stunden, um die Leitungen zu reparieren. "Bis 9.30 Uhr hatten alle Kunden wieder Strom", sagt Kryszons. Im Triwo-Gewerbepark habe Westnetz ein mobiles Stromaggregat eingesetzt, um die dort ansässigen Unternehmen zu versorgen.

Die Reaktionen auf den Stromausfall lassen nicht lang auf sich warten. In der Gruppe Du bist Konzer wenn… melden sich die Betroffenen zu Wort. Und die Aussagen können kaum unterschiedlicher sein. So schreibt zum Beispiel ein Nutzer: "Es ist aber faszinierend, diese Ruhe, wenn der Strom mal weg ist." Der Besitzer einer Apotheke in der Konzer Innenstadt kontert: "Eher hektische Betriebsamkeit, Notfallplan umsetzten, Notstrom-Aggregat anschließen, Verkabeln, damit Kassen und Kühlschränke gehen."

!Alarm in der Klinik Montagabend, 22 Uhr. Alarm in Trierer Brüderkrankenhaus. Der Strom ist weg. Weil es sich um eine Klinik handelt, greift ein Notfallprotokoll. In letzter Konsequenz wäre demnach eine Evakuierung des 632-Bettenhauses möglich. Die Berufsfeuerwehr, mehrere Löschzüge von freiwilligen Feuerwehren rücken an. Die technische Leitung der Klinik, die Stadtwerke Trier und Katastrophenschützer sind im Einsatz. Ralf Frühauf, Pressesprecher der Stadt Trier, erklärt das Vorgehen: "Wenn Kliniken betroffen sind, tritt ein spezieller Notfallplan in Kraft."

Die Notstromaggregate der Klinikspringen zunächst nicht an, sie müssen laut Anne Britten, Pressesprecherin des Krankenhauses, später manuell zugeschaltet werden. Ein anderes Puffersystem für die Energieversorgung der Klinik habe aber einwandfrei funktioniert, führt Britten weiter aus. Die lebenswichtigen Geräte in der Intensivstation werden demnach auch mit Akkus betrieben. Die Stromaggregate der Berufsfeuerwehr, die ebenfalls vor Ort sind, kommen nicht zum Einsatz.

"Die zentrale Notaufnahme war durchgehend in Betrieb und vom Stromausfall nicht betroffen", sagt Britten. "Im Operationssaal fanden zum Zeitpunkt des Stromausfalls keine Eingriffe statt." Auf den Stationen hätten alle Mitarbeiter souverän reagiert. Kein Patient sei zu Schaden gekommen, versichert die Kliniksprecherin.
Und gegen 23.30 Uhr ist die Stromversorgung wieder hergestellt. Auch die Notstromaggregate sind wieder betriebsbereit. Thomas Schmitt, Sicherheitsdezernent der Stadt Trier, der im Rahmen des Notfallplans ebenfalls vor Ort gewesen sei, habe gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter der Berufsfeuerwehr, Olaf Backes, das Notfallprotokoll gestoppt, sagt Stadtsprecher Frühauf.

Inzwischen weiß Kliniksprecherin Britten, dass ein Defekt an einem Steuerungsschalter, den Stromausfall verursacht hat. Dieser Schalter regelt laut Britten unter anderem die automatische Aktivierung der Notstromaggregate im Brüderkrankenhaus. Laut Britten ist die Anlage am Dienstag wieder repariert worden. Info

Hitze ist nicht gefährlich für Leitungen

Experten der Netzbetreiber in der Stadt und der Region Trier, Westnetz GmbH und Stadtwerke Trier, versichern auf TV-Anfrage, dass die anhaltende Hitze nicht zu Stromausfällen führen kann. Das Leitungsnetz sei sogar für noch höhere Temperaturen jenseits der 40 Grad Celsius ausgelegt.

Mehr von Volksfreund