1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Stromtrassen-Gegner gründen Bürgerinitiative

Stromtrassen-Gegner gründen Bürgerinitiative

Bis die geplante Hochspannungsleitung vom Hunsrück nach Osburg gebaut wird, vergehen vermutlich noch einige Jahre. Die Gegner einer möglichen Freileitung wollen jedoch schon jetzt Widerstand auf breiter Front demonstrieren. In Farschweiler hat sich dazu eine Bürgerinitiative gegründet. Sie will für eine Erdkabellösung kämpfen - und sucht Mitstreiter.

Farschweiler/Thalfang. Die Pläne für den Bau einer Hochspannungsleitung von Thalfang nach Osburg haben schon für einige Aufregung gesorgt. Vor allem in den Orten Farschweiler, Lorscheid und Herl in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer engagieren sich die Einwohner dafür, dass die von der RWE-Tochter Westnetz geplante Leitung in Nähe der Dörfer unterirdisch verlegt wird. Ende Oktober demonstrierten bei einem Besuch der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken in Farschweiler etwa 80 Bürger gegen eine mögliche Freileitung.
Um den Protest gegen die laut Westnetz kostengünstigere Freileitung weiterzutragen, haben jetzt sechs Einwohner aus Farschweiler die Bürgerinitiative Pro-Erdkabel-Hochwald gegründet. Ihr Ziel ist es, dass die komplette Hochspannungsleitung, die an Orten der Verbandsgemeinden Thalfang, Hermeskeil und Ruwer vorbeiführen könnte, als Erdkabel verlegt wird. "Langfristig hat nur das Kabel eine Zukunft", sagt BI-Gründungsmitglied Elke Morgen. Gegen die Freileitung bringt die Initiative fünf Kernargumente vor: Gesundheitsrisiken durch Strahlenbelastung, "Verschandelung" der Landschaft, eine Minderung der Grundstückswerte entlang der Trasse, die Vertreibung geschützter Tierarten und die "Bedrohung eines wertvollen Erholungsgebiets".
Die Bürgerinitiative sucht jetzt weitere Mitstreiter in den Nachbardörfern, die entlang der geplanten Stromtrasse liegen. In der VG Hermeskeil zählen dazu Beuren und Naurath, in der VG Thalfang die Orte Thalfang, Lückenburg, Schönberg, Talling, Neunkirchen, Dhronecken und Breit. "Wir möchten alle Menschen dort noch mehr für das Thema sensibilisieren", erklärt Morgen. Die BI appelliere zudem an die Kommunalpolitiker, "sich mit allen Mitteln gegen eine Freileitung zu wehren".
Zurzeit arbeitet die Initiative an einer eigenen Internetseite. Dort soll es einen Link zu einer Onlinepetition geben, wo interessierte Bürger für eine Erdverkabelung unterschreiben können. Geplant ist laut Morgen außerdem ein Informationsabend Ende Januar. Auch dort wolle man Unterschriftenlisten auslegen.
Wie die neue Stromtrasse tatsächlich aussehen und wo genau sie verlaufen soll, wird in einem zweistufigen Planungsverfahren geklärt. In diesem Verfahren fällt auch die Entscheidung für oder gegen eine Erdverkabelung. Es beginnt voraussichtlich 2014. Im Verlauf des Verfahrens, das bis zu acht Jahre dauern kann, können auch Bürger ihre Einwände vorbringen. cweb
Wer die Bürgerinitiative Pro-Erdkabel Hochwald unterstützen möchte, kann sich an Elke Morgen wenden, E-Mail:
elke.morgen.bh@gmail.com