Studenten der Hochschule Trier sammeln für junge Flüchtlinge Geld

Trier · "Hand aufs Herz": Unter diesem Motto haben Studenten im Rahmen der Design- und Kulturtage der Hochschule Trier Spenden gesammelt. Der Erlös von über 1000 Euro geht an unbegleitet minderjährige Flüchtlinge, die in den Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais untergebracht worden sind.

Brücken zwischen Kulturen schlagen: Studenten der Hochschule Trier engagieren sich für junge Flüchtlinge, die momentan in den Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais untergebracht sind. Tv-foto: Stephan Maus

Foto: (h_st )

Flüchtlingskindern einen Start, in einem für sie fremden Land, erleichtern. Das wollten die Organisatoren von "Hand aufs Herz". Anita Burgard, Professorin im Fachbereich Gestaltung der Hochschule Trier, erklärt: "Die Leute denken immer ‚das sind Designer, die machen gar nichts Richtiges'. Im Gegenteil hat aber Design durchaus eine gesellschaftliche Verpflichtung."
Dieser Verpflichtung ist Burgard gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign im Zuge der Design- und Kulturtage nachgekommen. Unter dem Titel "Hand aufs Herz" initiierten die Studierenden eine Spendenaktion für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in den Einrichtungen der Kinder-, Jugend-, und Familienhilfe Palais untergebracht sind.Postkarten für einen guten Zweck


Zu diesem Zweck wurden Postkarten im Siebdruckverfahren mit vier unterschiedlichen Herzmotiven bedruckt. Anschließend wurden die Karten durch einen Anstecker in Form einer Hand aus dem 3D-Drucker ergänzt. Jeder Spender erhielt als Anerkennung eine solche Karte mit Anstecker. "Wir wollten etwas zurückgeben und nicht nur um Spenden betteln", sagt Burgard.
Die Idee für die Aktion stammt von Verena Stumm, Kommunikationsdesignstudentin im 4. Semester: "Viele Leute sagen, dass sie gerne helfen würden, aber man könne und dürfe ja nicht. Unter dem Motto "Hand aufs Herz" wollte ich diese Einstellung hinterfragen und die Leute animieren, sich ein Herz zu nehmen und aktiv zu werden."
Das Projekt war ein voller Erfolg. Es wurden Spenden in Höhe von über 1000 Euro gesammelt und dem Verein Palais übergeben. Zum Abschluss gab es ein Treffen von minderjährigen Flüchtlingen aus dem Palais und den Studierenden in den Räumlichkeiten der Hochschule. Für die jungen Flüchtlinge war der Besuch ein besonderes Erlebnis. Mit großem Interesse ließen sie sich die Funktionsweise des 3D-Druckers erklären und legten bei anschließenden dreidimensionalen Gestaltungsarbeiten mit Karton selbst Hand an.
Christian Botzet vom Palais zeigte sich begeistert vom Ergebnis der Aktion: "Wir danken den Studierenden für das beeindruckende Engagement im Rahmen dieser Aktion." In einem Dreivierteljahr sei die Anzahl der vollstationär betreuten Flüchtlinge im Verein von fünf auf 70 Jugendliche gestiegen. "Dafür sind viele Ressourcen notwendig und wir freuen uns über jede Hilfe", sagt Botzet.
Zukünftige Projekte des Palais sollen ebenfalls unter dem Motto "Hand aufs Herz" laufen, um die jungen Flüchtlinge als normale Jugendliche mit individuellen Schicksalen und Geschichten ins Bewusstsein zu rücken und so Vorurteile in der Gesellschaft, abzubauen.
Wer die Arbeit der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais unterstützen möchte, kann sich hier informieren: Telefon 0651/41061 oder E-Mail presse@palais-ev.de. Alternativ können sich Interessierte auf der Internetseite als Fördermitglied anmelden oder direkt Online spenden
palais-ev.deExtra

Die heutige Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais entspringt dem 1976 in Trier gegründeten 3-Tonnen-Club. Der Verein entwickelte sich bis ins Jahr 2008 als zweite Säule der Jugendarbeit und wurde in den letzten Jahren fortlaufend weiterentwickelt und ausgebaut. Seit 1991 leistet das Palais erzieherische Hilfen im ambulanten Bereich. Zudem kamen fortlaufend Maßnahmen wie Pädagogische Lernhilfegruppen, Schulsozialarbeit, Jugendberufshilfe und zielgruppenspezifische Projekte hinzu. Seit den Pioniertagen der Schulsozialarbeit in Rheinland-Pfalz fungiert der Verein als Träger. Er ist mittlerweile an 15 Schulen in Trier und im Kreis Bernkastel-Wittlich tätig. red