Studenten sollen besetzte Räume freigeben

Studenten sollen besetzte Räume freigeben

Bis Ende Februar sollen die streikenden Studenten der Uni Trier die Räume freigeben, die sie seit November besetzt halten. Sie würden zu wenig genutzt, als dass die Besetzung weiter geduldet werden könne, heißt es in einem offenen Brief des Uni-Präsidenten Peter Schwenkmezger.

Trier. Hörsaalbesetzung, Demonstrationen, Bildungsstreik: Im Herbst vergangenen Jahres sind die Studenten an der Universität Trier auf die Barrikaden gegangen. Ihre größten Anliegen: die Reform des Bachelor/Master-Systems, die Abschaffung von Studiengebühren und eine Verbesserung des Betreuungsverhältnisses von Dozenten und Studierenden. Zu Hunderten setzten sie sich für bessere Studienbedingungen ein.

Von dieser Euphorie ist nach Angaben der Hochschulleitung wenig übriggeblieben. Im November hatte sie den streikenden Studenten einen Seminarraum für ihre Protest-Arbeit zur Verfügung gestellt. Doch damit soll nun Schluss sein. In einem offenen Brief fordert Uni-Präsident Peter Schwenkmezger die Studenten auf, den Seminarraum B 22 zu räumen. "Nur mit äußerster Anstrengung" sei es gelungen, die Seminare, die in B 22 hätten stattfinden sollen, zu verlegen. Seminarleiter hätten "kaum zumutbare Einschränkungen auf sich nehmen" müssen - zudem seien Kosten entstanden, "weil wir einen externen Raum zur Behebung der Engpasssituation anmieten mussten".

Schwenkmezger bietet Büroraum als Ersatz an



Schwenkmezger bemängelt, dass der besetzte Raum nur wenig genutzt werde. Häufig seien dort nur zwei oder drei Studenten anzutreffen, selten seien es mehr als zehn bis zwölf Personen. Auch der Hörsaal 3, der den Studenten für Vollversammlungen zur Verfügung gestellt werde, könne nicht länger freigehalten werden.

"Deshalb fordere ich Sie nachdrücklich auf, bis spätestens Freitag, 26. Februar 2010, Raum B 22 zu räumen!", schreibt Schwenkmezger. Allerdings sei er bereit, den Studenten einen Büroraum zur Verfügung zu stellen. "Sofern sich Ihr Protest gegen schlechte Studienbedingungen wendet", schreibt der Uni-Präsident, "werde ich Sie dabei weiterhin unterstützen".

Jens Weisbrod, einer der Besetzer, ist von dem Schreiben überrascht. Der Uni-Präsident habe den Studenten einen Gesprächstermin für kommende Woche angeboten. "Er hätte warten können, was dabei her-auskommt, ehe er einen offenen Brief an die gesamte Studentenschaft schickt", findet Weisbrod. Verständnis für die Forderung, den Raum freizugeben, hat er allerdings schon. Die Uni sei schließlich "völlig überbelegt". Die Besetzer seien zurzeit tatsächlich weniger geworden, da viele aufgrund der Prüfungsphase ihr Engagement zurückgeschraubt hätten. "Im Sommersemester soll es aber mit neuem Elan weitergehen", sagt Weisbrod. Ob der Büroraum, den der Uni-Präsident als Ersatz für B 22 anbieten wolle, für die Protest-Arbeit ausreiche, sei schwer zu sagen.

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