Suche nach der Lösung

Die Moselbahn bekundet in einem Schreiben an unsere Zeitung, dass das Unternehmen aus Sicherheitsgründen keine Fahrgäste stehend über die Autobahn transportiert. Die Moselbahn sucht nach einer Lösung für die morgendliche Linie Fell-Trier.

Fell/Trier. Seit Jahren ist die Schulwegsicherheit in Bussen bundesweit ein Dauerthema. Auch in Fell. Eltern beklagen, dass der Linienbus, mit denen die Schülerinnen und Schüler täglich nach Trier befördert werden, zu früh startet (Abfahrt 6.35 Uhr) und vor allem, dass der Bus mit stehenden Fahrgästen schnell über die Autobahn fährt. Einige Eltern haben schon Konsequenzen gezogen und "Taxi-Dienste" gegründet. Laut Straßenverkehrsordnung dürfen stehende Fahrgäste über die Autobahn befördert werden. Die Einschränkung: der Bus darf 60 km/h nicht überschreiten wie generell außerhalb geschlossener Ortschaften.Der TV war am Freitagmorgen einem voll besetzten Bus mit stehenden Schülern auf der A 602 von Kenn bis Trier gefolgt, und die auf dem Tacho angezeigte Geschwindigkeit betrug 90 km/h (der TV berichtete). 30 km/h mehr als erlaubt. Laut einem Schreiben von Knut Hofmeister, Betriebsleiter der Moselbahn, das unserer Zeitung vorliegt, heißt es: "Sollten sich ihre Erkenntnisse bestätigen, werden wir umgehend reagieren, da wir aus Sicherheitsgründen keine Fahrgäste stehend auf der Autobahn transportieren." Die Erkenntnisse des TVs haben sich laut Hofmeister bestätigt, und die Moselbahn hat reagiert: "Wir haben festgestellt, dass die Sitzplatzkapazitäten tatsächlich in dem Bus morgens von Fell nach Trier nicht ausreichen", zeigt sich der Betriebsleiter über eine Tatsache, die schon seit Jahren öffentlich diskutiert wird, überrascht. Das Unternehmen hat Konsequenzen gezogen: Dienstagmorgen wurden die stehenden Fahrgäste aufgefordert, an der Haltestelle "Am Bahnhof" in Longuich in den Bus, kommend aus Riol, umzusteigen und sind über Kenn und Ruwer zum Hauptbahnhof weitergefahren. Der "Feller Bus" hat mit den ausschließlich sitzenden Fahrgästen die Autobahn passiert. Mittwochmorgen: Statt in Longuich umzusteigen, erlebten sitzende und stehende Fahrgäste eine Überlandfahrt.Moselbahn in der Verantwortung

"Fahren die jetzt wie sie wollen?", fragt Christian. "Der Rioler Bus ist jetzt total voll", berichten mehrere Fahrgäste. Hofmeister spricht von einem Versuchsstadium, und für das gestern Morgen nicht vollzogene Umsteigen in Longuich hat er erstmals keine Erklärung."Ein sicherer Transport liegt uns am Herzen", betont der Betriebsleiter. Er spricht von einer sehr hohen gesellschaftlichen Verantwortung und dass die Moselbahn an die Brennpunkte ran müsse, sowie von Sicherheit, die im Vordergrund stünde. Zudem sei es wichtig, den Schülerinnen und Schülern nicht ständig Negativerlebnisse zu präsentieren, "da wir sie für das Busfahren begeistern wollen."In den nächsten Tagen erfahren Sie im Trierischen Volksfreund, welche Lösung die Moselbahn finden wird.