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Suche nach Platz für Pendler geht weiter

Suche nach Platz für Pendler geht weiter

Wer zuerst kommt, parkt zuerst. Wer zu spät kommt, riskiert ein Knöllchen. Diese Pendlerweisheit hat auch künftig Bestand. Zwar ist die Park&Ride-Fläche in Konz erweitert worden. Die Gemeinde Mertert-Wasserbillig wird das unbefristete Parken jedoch weiter einschränken.

Igel/Wasserbillig/Konz. Die von einem bayerischen Fahrzeughersteller in seiner Werbung beschriebene "Freude am Fahren" hört für Pendler spätestens bei der Suche nach einem Abstellplatz für den Wagen auf. So ist das beispielsweise auf dem Luxemburger Kirchberg mit seinen vielen Banken und Büros.
Doch auch Nutzer von Bus und Bahn haben oft das Problem, dass sie ihr Auto an den Haltestellen nicht abstellen können.
Inzwischen wird an mehreren Stellen versucht, mehr Platz zu schaffen. In Konz hat nun Möbel Martin einen Teil seiner Parkplätze am Einrichtungshaus für Pendler zur Verfügung gestellt. "Unter der Woche benötigen wir nicht komplett alle Parkplätze, so dass die Nutzung eines Teilbereiches durch Pendler möglich ist", sagt Daniela Thull-Bick, Pressesprecherin des Möbelhauses. An frequenzstarken Tagen, vor allem am Wochenende, würden dort Kunden parken.
Schon bei der bisher letzten Parkflächenerweiterung seien Plätze im Einvernehmen mit der Stadt Konz zur Verfügung gestellt worden. Inzwischen finden dort 120 Fahrzeuge Platz, die vom Möbelmarkt aus den Bahnhof Konz-Kreuz bequem erreichen können.
Während in der Saar-Mosel-Stadt Platz für Dauerparker geschaffen wird, fällt ein Stück moselaufwärts Platz weg. Wasserbillig ist bisher ein beliebtes Ziel für Pendler, die dort morgens in die Bahn nach Luxemburg-Stadt einsteigen.
Doch das ist in Zukunft gar nicht mehr so einfach. Erst vor wenigen Wochen hat die Gemeinde Mertert-Wasserbillig bisher kostenfreie Parkplätze unweit des alten Grenzübergangs in zeitlich limitierte Parkmöglichkeiten umgewandelt. Nach Auskunft von Bürgermeister Gust Stefanetti will die Gemeinde das Dauerparken noch stärker begrenzen. Als willkommene Alternative zu Wasserbillig und Konz gelten Flächen am ehemaligen Autobahn-Grenzübergang. Auch dort sind die P&R-Flächen täglich überfüllt und wird jeder noch so kleine Flecken Fläche genutzt, um den eigenen Wagen abzustellen. Bereits Anfang des Jahres war von luxemburgischer Seite aus in Aussicht gestellt worden, dass die Zahl der Plätze von derzeit 260 auf 900 vergrößert werden soll.TV-Leser hat Ideen


Getan hat sich seit der Ankündigung aus dem Infrastrukturministerium offensichtlich nicht viel. "Mir ist nichts bekannt", sagt Bürgermeister Stefanetti. Er geht auch davon aus, dass auch in nächster Zeit wenig geschieht, da mit dem Regierungswechsel im Großherzogtum auch die Leitung des Ministeriums gewechselt hat.
Inspiriert von den Bauarbeiten an der Eisenbahnstrecke zwischen Igel und Wasserbillig hat sich TV-Leser Horst Schu aus Langsur seine Gedanken gemacht. Er plädiert für einen neuen Bahn-Haltepunkt bei der Löwener Mühle unweit der B 49. Nach Auskunft von Bahnsprecher Torsten Sälinger ist sein Unternehmen nicht für den Bau einer solchen Station zuständig. Er verweist auf den zuständigen Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord. Dessen Verbandsdirektor Thomas Geyer sagt auf TV-Anfrage, dass die Einrichtung eines solchen Haltepunkts bereits vor einigen Jahren untersucht worden ist. Das Ergebnis: Es gibt zu wenige Passagiere, die von dort ein- oder aussteigen wollen.
Zudem hätte ein neuer Haltepunkt einen großen Nachteil. Von Wasserbillig aus zahlt der Bahnkunde für die Monatskarte (Netzkarte) für das gesamte Netz in Luxemburg derzeit 50 Euro, vom vier Kilometer entfernten Igel aus im günstigsten Fall 83,70 Euro, sagt Geyer.
Rund um die Station in Igel gibt es übrigens nahezu überhaupt keinen Parkplatz.