Superstimmung am Streckenrand

Sie hatten viele Gründe, die Nacht durchzumachen: Zahlreiche Fans motivierten die rund 260 Radsportler bei schönstem Sommerwetter am Straßenrand, ihr Bestes zu geben. Der Marathon blieb laut Veranstalter unfallfrei und war ein voller Erfolg.

Fell/Thomm. "Wollt ihr ein Würstchen?", ruft Hans-Peter Jakobs den Feuerwehrmännern zu, die an den Absperrungen stehen. Sie und der Rennleiter sind vier der 150 Helfer beim Radmarathon. Jakobs ist auf der rund 17 Kilometer langen Strecke auf Verpflegungsfahrt unterwegs, und er kutschiert die Presse. In allen Straßen, an denen er vorbeikommt, sitzen auf Bürgersteigen und in Hauseinfahrten Fans. Sie grillen, grölen und feiern Partys. Einige machen die Nacht durch.

Auch Rosi Wagner ist dabei. Unermüdlich schlägt sie zwei Kochtopfdeckel gegeneinander, um die Radfahrer den steilen "Frievel" in Fell hochzutreiben. Einige Sportler danken es ihr mit einem kurzen Lächeln, andere schaffen es trotz der Strapaze noch, ein "Danke" über die Lippen zu hauchen. In Thomm dreht die zweijährige Mira immer wieder an ihrer Rappel, die "Großen" rufen und klatschen.

Etwa zehn Kilometer weiter ist Benni Britz in der Ruwererstraße in Fell wieder unter den begeisterten Zuschauern. Am Samstagnachmittag war er auch auf der Strecke: In seinem Rollstuhl während des Rolli-Rennens, das auch Menschen mit einer Behinderung ermöglicht mitzumachen. Beim Zieleinlauf hatte sein Lachen mit der Junisonne um die Wette gestrahlt. So wie das der 31 Kinder, die beim Kiddie-Rennen gestartet waren. Den Fell-Thommer Berg mussten sie nicht bezwingen. Aber Vertreter der Treverer-Schule, einer Förderschule in Trier, allerdings zu Fuß: Sie steckten Tausende von Leuchtstäben, die für jeweils einen Euro erworben werden konnten, in den Seitenstreifen des Fell-Thommer Bergs und brachten ihn nachts zum Leuchten. Der Erlös aus der Aktion geht an die Schule.

Für den guten Zweck trat auch Martin Büttner, Schulsozialarbeiter der Grundschule Reichertsberg und Trier Pallien in die Pedale. Gegen Sonntagmittag hatte er bereits 20 Runden geschafft. Seine Sponsoren, von denen er zehn Euro pro Runde abverlangte, werden tief in die Tasche greifen müssen.

"Alles super gelaufen. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Es gab keine Unfälle", resümiert Günther Steffgen vom Radsportverein (RV) Schwalbe. Zum fünften Mal hatte der RV gemeinsam mit dem Feller Sportverein unter der Leitung von Hermann Spanier das Rennen gestemmt. Im vergangenen Jahr war der Teilnehmer Lothar Birkel schwer gestürzt und später in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben. Am Freitagabend waren rund 60 Fahrer zum Gedenken an den Radsportler eine Runde der Marathonstrecke gefahren.

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