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Syrische Malerin in Trier: Ihre Heimat ist die Fantasie

Syrische Malerin in Trier: Ihre Heimat ist die Fantasie

Die aus Syrien geflohene Malerin Nour Hmidan fühlt sich an keinen Ort gebunden. Seit 2016 macht sie in der Trierer Kunstszene von sich reden.

Irritierend, verstörend, geheimnisvoll, so sind die Bilder der syrischen Expressionistin Nour Hmidan. Die Europäische Kunstakademie hat das außergewöhnliche Talent der seit 2016 in Trier lebenden 28-Jährigen erkannt und ihr ein Stipendium gegeben.

1989 in Swaida im Südwesten von Syrien geboren, studierte Nour Kunst an der Universität von Damaskus. Neben Ausstellungen in Syrien hat sie an vielen künstlerischen Projekten in der Türkei und in Jordanien teilgenommen und die Auslandsaufenthalte genutzt, um bei Workshops und Seminaren namhafter Dozenten ihr Wissen und Können zu vervollkommnen.

Die Beziehung des Innen und des Außen - ein immer wieder thematisiertes Motiv in ihrer Malerei: "Schatten, die uns folgen. Eine Erinnerung. Jemand, den wir vermissen".
Im kriegserschütterten Syrien sah die selbstbewusste junge Frau keine Perspektiven und Entfaltungsmöglichkeiten, und so kam sie während der großen Fluchtwelle 2016 nach Trier. Dort lebt sie inzwischen mit ihrer Schwester, einer Medienwissenschaftlerin, in einer gemeinsamen Wohnung.

"Bin ich angekommen?", fragt sie sich, verarbeitet das Thema in Öl auf Leinwand und schließt nicht aus, dass die Neugier sie, wohin auch immer, verschlagen kann.

Aktuelle Werke - alles andere musste sie zurücklassen - hat sie mehrfach in der Trierer Tuchfabrik ausgestellt: bei der Jahresausstellung der Kulturwerkstatt, beim Kunstasyl und bei ad hoc.

Nour Hmidan möchte weiter studieren und spricht inzwischen schon gut Deutsch, nicht zuletzt durch die Teilnahme am Projekt "Fit fürs Studium" an der Universität Trier.

Die Europäische Kunstakademie ermöglicht ihr einen Weiterbildungskurs zu den Themen Natur und Mensch, Farbe, Raum und Licht.

Im Oktober 2017 stellt sie zusammen mit Cornelia Ranow-Beys aus Trier und Salman Rezai aus Afghanistan im Café Zeitsprung beim Rheinischen Landesmuseum aus.

Eine kleine Werkschau ist im Internet unter www.arthereistanbul.com zu sehen.