Täglich Trier: Flüchtlinge heute als Demonstranten

Täglich Trier: Flüchtlinge heute als Demonstranten

Rund 200 Menschen werden heute in Trier zu einer Demonstration erwartet. Das Ungewöhnliche dabei: es sind alles Flüchtlinge.

Seit etwa 20 Jahren gibt es im Grunde keine funktionierende Regierung mehr. Das Land wird von Clans regiert, Islamisten-Gruppen, Kriegsherren, vor der Küste kreuzen Piraten. Die Armut ist groß, die Zukunftsperspektiven sind schlecht. Es gibt also eine Menge Gründe, aus Somalia zu fliehen und in Europa ein besseres Leben zu suchen. So gehören zu den vielen Flüchtlingen, die derzeit in Europa und in Deutschland ankommen, auch viele Männer und Frauen aus Somalia. Aber nicht erst seit diesem Jahr, seit die Flüchtlingswelle aus Nordafrika so groß geworden ist, sondern schon seit vielen Jahren. Heute wollen sich in Trier rund 200 Flüchtlinge aus Somalia treffen. Sie haben eine Demonstration angemeldet, die um 14 Uhr am Hauptbahnhof beginnt und von dort zum Bundesamt für Asylverfahren in der Dasbachstraße führen soll. Denn von diesem fühlen sich die Somalier benachteiligt. Sie kritisieren, dass sie teils seit zwei bis drei Jahren warten, ohne dass ihr Asylantrag bearbeitet worden sei. Eine Debatte, die derzeit auch auf Bundes- und Landesebene geführt wird, wird also heute vor Ort ganz konkret - nicht aus der Sicht von streitenden Politikern, sondern von betroffenen Flüchtlingen.