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Täglich Trier: Sonntagsrede ohne Sonntagsredner

Trier. Der 1. Mai ist traditionell der Tag der Gewerkschaften. Die haben in Trier einen hochkarätigen Gast.

Das Wort Sonntagsrede ist ja eine eher abfällige Bezeichnung für schöne Reden bei feierlichen Gelegenheiten mit großen Vorsätzen - an die sich dann im wahren Leben hinterher doch niemand mehr hält. Sonntagsreden zu halten, wird besonders gerne Politikern unterstellt. An diesem Sonntag hält in Trier ein Politiker eine Rede, dem dieser Vorwurf allerdings eher selten gemacht wird. Heiner Geißler ist zu Gast. Anlass ist der Tag der Arbeit, den der Deutsche Gewerkschaftsbund von 11 bis 15 Uhr auf dem Kornmarkt feiert - die zentrale Kundgebung für die ganze Region. Vor knapp einem Jahr wurde Geißler in Trier mit dem Oswald-von-Nell-Breuning-Preis der Stadt ausgezeichnet. Schon damals kritisierte der ehemalige Landes- und Bundesminister, der Mensch werde heutzutage immer mehr zum Kostenfaktor reduziert. Für klare Worte und seinen Einsatz für ein sozialeres Miteinander ist Geißler bekannt - so ist es dann gar nicht so außergewöhnlich, dass er als ehemalige CDU-Größe Hauptredner bei den Gewerkschaften ist.

Täglich Trier - hier lesen Sie, was heute ansteht in der Moselstadt, was los ist, worüber die Menschen reden.