Täglich Trier

Oberbürgermeister Klaus Jensen ist das Anliegen schon seit Jahren wichtig, nun setzt er es um: Heute gedenkt die Stadt Trier der Menschen, die im Mittelalter durch die Hexenverfolgung ums Leben gekommen sind (18 Uhr, Lesesaal der Stadtbibliothek an der Weberbach - der TV berichtete). Trier war eines der Zentren der Hexenverfolgung.

Damit rückt nicht nur der berühmte Trierer Jesuit Friedrich Spee in den Blickpunkt, der schon früh die Hexenprozesse bekämpft hatte, sondern auch der sonderbare Umstand, dass die Pfarrei Liebfrauen bis heute Geld bekommt, weil ein vermeintlicher Hexer umgebracht wurde: Dietrich Flade, ein Richter, der selbst viele vermeintliche Hexen verurteilt hatte, wurde 1589 wegen Hexerei hingerichtet. Aufgrund eines Schuldscheins über 4000 Goldgulden in seinem Nachlass wurde die Stadt verpflichtet, jährlich die Zinsen an die Innenstadtpfarreien zu zahlen. Bis heute stehen jährlich 362,50 Euro im Haushalt, die an Liebfrauen überwiesen werden. Immerhin: die Pfarrei behält das "Hexer"-Geld nicht für sich, sondern reicht es an arme Menschen weiter. Täglich Trier - hier lesen Sie, was wichtig ist in der Moselstadt. Diskutieren Sie mit unter www.volksfreund.de/taeglich