Täglich Trier

Mit Satire ist es so eine Sache, das wissen wir bei der Zeitung aus Erfahrung: Noch längst nicht jeder versteht sie auf Anhieb. Deshalb gehen Reporter auch sparsam mit Ironie um und packen sie, wenn nötig, in Kolumnen, bei denen klar erkennbar ist: Ist alles nicht so ganz ernst gemeint.

Nun gibt es sogar eine komplette Partei, die zwar ganz ernsthaft bei der Bundestagswahl antritt, alle dafür notwendigen Regularien einhält und sich auch ein Wahlprogramm gegeben hat. Die aber ihre Herkunft aus Satire-Kreisen auch nicht leugnen kann. Es ist die Partei "Die Partei", deren Vorsitzender der ehemalige Chefredakteur der Satire-Zeitschrift Titanic, Martin Sonneborn, ist. Der Kreisverband Trier-Saarburg will im Juni einen Direktkandidaten aufstellen. Die erste Wahlkampf-Aktion heute an der Universität dürfte manchem Kunstgeschichte-Studenten schon nicht sehr gefallen - wenn er sie denn ernst nimmt. "Malen kann jeder - endlich weg mit kleinen Fächern!" fordert die Partei im Hinblick auf die Strukturdebatte an der Uni. Jeder Student dürfe mitmalen, kündigt Partei-Parteivorsitzender Christopher Vent an, und über die besten Kunstwerke müssten Studierende der Kunstgeschichte dann eine Abhandlung schreiben. Die werden sich freilich bedanken. Dass es die Satire-Partei so ernsthaft in den Bundestag schafft, steht eher nicht zu erwarten. "Täglich Trier" - hier lesen Sie, was heute wichtig ist in der Moselstadt, was ansteht, worüber die Menschen sprechen. Diskutieren Sie mit auf www.volksfreund.de/taeglich