Täglich Trier

Wer eine Kirche betritt und eine Kopfbedeckung trägt, nimmt diese dabei üblicherweise ab. Bei Synagogen ist es umgekehrt: Männliche Juden tragen zum Gebet eine runde Mütze, genannt Kippa (Plural Kippot).

Dieser religiöse Brauch wird am heutigen Montag relevant, wenn die Stadt Trier gemeinsam mit der Jüdischen Kultusgemeinde der Opfer der Pogromnacht von 1938 gedenkt. Dafür stellt die Kultusgemeinde erstmals den Gebetssaal ihrer Synagoge in der Kaiserstraße zur Verfügung, um der Feier einen würdigen Rahmen zu geben. Wenn sich die angemeldeten Teilnehmer dort um 17 Uhr zu einer Gedenkstunde treffen, liegen für die Männer am Eingang Kippot bereit. Oberbürgermeister Wolfram Leibe hält eine Ansprache. Jugendliche tragen ein Lied vor, ein jüdischer Kantor spricht ein Gebet. Die Gedenkfeier in der Synagoge ist nicht öffentlich. Ausdrücklich eingeladen ist die Öffentlichkeit hingegen zur anschließenden stillen Kranzniederlegung um 18 Uhr an der Gedenkstele in der Zuckerbergstraße/Ecke Metzelstraße, ehemaliger Standort einer Synagoge. In Trier leben zurzeit etwa 500 Juden.