Täglich Trier

Es war eine stille Beerdigung im kleinen Kreis, am Grab hielt Friedrich Engels die Trauerrede. Am 14. März 1883 starb Karl Marx im Londoner Exil.

Sein Tod jährt sich also in diesem Jahr zum 130. Mal und beschert seiner Geburtsstadt Trier einiges an Aufmerksamkeit. Im Karl-Marx-Haus, dem Museum in seinem Geburtshaus, sind Veranstaltungen geplant, und im Stadtmuseum Simeonstift wird es die Ausstellung "Ikone Karl Marx" geben (Beginn 17. März). Mit die größte Aufmerksamkeit wird aber sicherlich eine von dem Nürnberger Künstler Ottmar Hörl geplante Aktion auf sich ziehen, weil sie spektakuläre Bilder verspricht: Der Künstler wird im Mai eine Installation von 500 Karl-Marx-Figuren an der Porta Nigra aufstellen. Die Figuren sind jeweils einen Meter hoch, 25 Zentimeter breit und 21 Zentimeter tief. Heute stellt der Künstler vor, wie die Skulptur aussieht. Aber nicht an der Porta, nicht im Stadtmuseum, nicht im Geburtshaus, sondern in den Geschäftsräumen eines Logistik-Dienstleisters, der Hauptsponsor der Kunstaktion ist. Für Marx wäre das wohl eine bittere Erkenntnis: Auch der Begründer von Sozialismus und Kommunismus kommt 2013 nicht mehr ohne kapitalistischen Beistand aus. "Täglich Trier" - hier lesen Sie, was heute wichtig ist in der Moselstadt, was ansteht, worüber die Menschen sprechen. Diskutieren Sie mit auf www.volksfreund.de/taeglich

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