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Tag der Städtebauförderung informiert in Trier

Baumaßnahmen : Tag der Städtebauförderung in Trier: Politik zum Anfassen

Der 5. Tag der Städtebauförderung informiert vor Ort in Trier über das, was mit Steuergeld passiert, und lädt zum Feiern ein. Ein Besuch in  Nord und West.

Was tun, wenn ein Platz offiziell eröffnet werden soll und es in Strömen regnet? Kurzerhand wurde das Eröffnungsfest in Trier-Nord vom neuen Vorplatz ins Foyer der Grundschule Ambrosius verlegt. Stelzenläufer hielten nun im Trockenen ein Absperrband, so dass selbst Oberbürgermeister Wolfram Leibe mit seiner stattlichen Größe sich recken musste, um das Band symbolisch durchzuschneiden.

„Am Tag der Städtebauförderung sieht man, was mit dem Geld passiert ist“, sagte Bernd Weimann, Mitarbeiter des Bürgerhauses Trier-Nord. Viele ältere Menschen hätten den Platz vor der Sanierung nicht mehr passieren können, da er holprig und schlecht beleuchtet gewesen sei. Eineinhalb Jahre lang hat die Firma Galabau Friedrich aus Wittlich die Pläne auf den 4700 Quadratmetern zwischen Grundschule, Bürgerhaus, Franz-Georg-Straße und Gartencenter umgesetzt. Kosten insgesamt: 1,48 Millionen Euro. Davon zahlte die Stadt Trier 270 000 Euro, 1,21 Millionen Euro waren  aus dem Topf Städtebauförderung geflossen.

Ortsvorsteher Christian Bösen lobte die „tolle Platzgestaltung“ – so wie Andrea Blanc und Gitta Schmoll, Sprecherinnen des Vereins Bürger für Bürger. „Ich bin hier schon zur Schule gegangen, genau wie meine vier Kinder“, sagte Blanc. Sie freue sich über den Platz, auf dem Kinder nun spielen könnten und man mal ein Päuschen machen könne. Bianca Pohl aus Trier-Nord lobte: „Schön, dass die Politiker gemacht haben, was sie gesagt haben.“

Der Tag der Städtebauförderung sei besser als jede formale Bürger­info, befand Leibe am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch private Unternehmer sollten dadurch ermuntert werden zu investieren. Begoña Hermann, Vizepräsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, informierte unter anderem über die Entwicklung der Städtebauförderung: Diese Förderung sei 1971 mit 17 Programmgemeinden und einem Volumen von rund acht Millionen Euro gestartet. Für 2019 plane das Innenministerium mit einer Fördersumme von mehr als 90 Millionen Euro.

Mit dabei war auch Baudezernent Andreas Ludwig. Auch er sagte, die Leute sähen an diesem Tag, was mit Steuergeld passiere. „Vor der Platzsanierung hätte ich  jetzt nicht nur nasse Füße, sondern auch noch bis zu den Knien im Matsch gestanden“, sagte Ludwig.

Nasse Füße hatte er sich in Trier-West geholt.  Dort hatten, so wie Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Elvira Garbes in gelber Regenjacke und  Gummiboots, vor allem Mitarbeiter der Trierer Stadtverwaltung und Mitglieder des Ortsbeirats dem Dauerregen getrotzt. Nach der Vorstellung der geplanten Baumaßnahme – Luxemburger Straße, Bahnrampe und Römerbrückenkopf –  ging es über die Gneisenaustraße, Irminenwingert und Bücherstraße zur Jägerkaserne. Zwischendurch hatten sich die rund 20 Teilnehmer im Dechant-Engel-Haus gestärkt und aufgewärmt.

Renate Heinecke, Quartiersmanagerin und die gute Seele des Stadtviertels,  wie sie oft genannt wird, hatte für einen Imbiss und Kaffee gesorgt. In der Spiel- und Lernstube Bauspielplatz stellte Uli Müller, Leiter der Nachmittagsbetreuung für Kinder und Jugendliche, Übergangslösung und Konzept vor.  „Kinder kommen nicht nur, um hier Hausaufgaben zu machen, sie brauchen mehr als Schule“, fasste Müller zusammen, was Tag für Tag im Bauspielplatz geleistet wird.

Im November dieses Jahres wird der Hort das Provisorium in der Jägerkaserne verlassen und in die zurzeit neu entstehenden Räume in der Eurenerstraße ziehen. Garbes betonte, es sei wichtig, Horte dort zu erhalten, wo sie notwendig seien, denn manches Kind brauche mehr als nur eine Betreuung.

 Schnell ein Erinnerungsfoto von der offiziellen Einweihung des neuen Vorplatzes in Trier-Nord durch Oberbürgermeister Wolfram Leibe machen.
Schnell ein Erinnerungsfoto von der offiziellen Einweihung des neuen Vorplatzes in Trier-Nord durch Oberbürgermeister Wolfram Leibe machen. Foto: TV/Katja Bernardy

Der 5. Tag der Städtebauförderung bot nicht nur eine gute Gelegenheit, „dass Bürger sehen, was passiert hier eigentlich“, wie Katrin Franzen, Sachbearbeiterin bei der Stadt Trier, sagte, sondern auch, um sich über Angebote zu informieren oder Bürger in die Gestaltung ihres Umfeldes einzubeziehen. In Trier-Eh­rang konnten Interessierte an diesem Tag beispielsweise bei der Platzgestaltung Niederstraße 15 bis 17 mitreden. Und sie konnten sich über ihren Stadtteil informieren, mit Politikern oder Nachbarn ins Gespräch kommen und zusammen feiern.