Tage zum Beten

Das Fest des "Ewigen Gebetes" hat in unserem Bistum eine über zweihundertjährige Tradition. Es beginnt am 1. Januar in Trier und Koblenz und wird von Tag zu Tag an andere Pfarrgemeinden und Klöster weitergegeben.

Am Sonntag, 5. Februar, wird die Pfarrei Schöndorf dieses Fest feiern. Dieser Gebetsdienst geht in den nächsten Tagen von Pluwig über Gutweiler nach Wasserliesch weiter. Ich finde diesen Gedanken des stellvertretenden Betens für andere sehr schön. Wir kennen aus unserem eigenen Leben Situationen, in denen wir nicht mehr beten konnten, weil wir dachten, Gott sei uns fern. Wenn der Tod eines Menschen uns verstummen lässt oder Krank-heiten Leib und Seele quälen. Man könnte meinen, diese Sorgen müssten von uns alleine getragen werden. Dabei steht in der Bibel die hoffnungsvolle Zusage: "Alle euere Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!" (vgl. 1 Petrus 5.7) Gerade in schweren Zeiten ist es wichtig, um Menschen zu wissen, die für uns beten. In unseren Gebeten brauchen wir Gott nicht zu informieren über das, was bei uns geschieht. Es geht vielmehr darum, uns selbst und andere aufzurichten. Das beschreibt auch Erich Kästner im bekannten Buch "Das doppelte Lottchen". Die Eltern verhandeln, ob die Zwillinge zusammenbleiben dürfen. Für die beiden Mädchen ist klar, da hilft nur noch beten. Lotte fängt an, Luise macht es ihr nach: "Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast!" Ich gebe zu, dieses Gebet passt absolut nicht, aber den beiden hat es sicherlich geholfen! Ich wünschen Ihnen, dass Sie sich in schwierigen Situationen daran erinnern, dass es einen Gott gibt, der für uns Menschen da ist, auch wenn die richtigen Worte zum Beten fehlen. Er wird sie verstehen!!! Rüdiger Glaub-Engelskirchen Gemeindereferent in Gutweiler-Pluwig-Schöndorf