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Tagesgäste für Moselregion immer wichtiger

Tagesgäste für Moselregion immer wichtiger

Trotz des wechselhaften Wetters fällt die Zwischenbilanz 2011 für den Tourismus in den Verbandsgemeinden Trier-Land, Schweich und Ruwer positiv aus. Besonders viele Niederländer zieht es in diesem Sommer an Mosel und Ruwer.

Wasserbilligerbrück/Schweich/Kasel. Offizielle Zahlen zu Übernachtungen und Gästen in der Region gibt das Statistische Landesamt in Bad Ems erst wieder im Frühjahr 2012 heraus. Aber: Der bisherige Trend deutet schon auf ein relativ gutes Tourismusjahr in den Verbandsgemeinden Trier-Land, Schweich und Ruwer hin.
Die deutsch-luxemburgische Touristinformation (TI) in Wasserbilligerbrück betreut unter anderem die Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land. "Das erste Quartal 2011 blieb noch hinter den Erwartungen zurück", sagt TI-Geschäftsführerin Kerstin Wallenborn. Doch spätestens ab Juli verbuchten die Beherbergungsbetriebe viele Gäste, vor allem aus den Nachbarländern Belgien und Niederlande. Dies gibt laut Wallenborn Hoffnung, dass für das Jahr 2011 insgesamt doch noch starke Besucher- und Übernachtungszahlen zustande kommen.
Wirtschaftliche Bedeutung


"Die touristische Infrastruktur der VG Trier-Land kann zwar noch nicht mit der der Stadt Trier mithalten. Dennoch ist der Tourismus auch im ländlichen Raum von enormer Bedeutung für die Wirtschaft und die Menschen", betont Wallenborn. Private Ferienwohnungen, die oftmals von älteren Menschen vermietet werden, sind teilweise bis September ausgebucht. Viele Urlauber lassen ihr Geld dann auch beim ortsansässigen Bäcker, bei Taxi-Unternehmen oder in kleinen Geschäften.
Das Wassersport- und Freizeitzentrum in Schweich gibt an, dass der dazugehörige Campingplatz im Juli etwas schwächer als sonst belegt gewesen sei. Zufrieden sein könne man trotzdem. Besonders viele niederländische Gäste nutzen die Erholungs- und Sportangebote.
Auch die VG Ruwer hat, nach anfänglichen Schwierigkeiten im Frühjahr und zur Osterzeit, inzwischen sehr gute Besucherzahlen. "Der Sommer ist besser als 2010", sagt Günther Schuh, Leiter der TI Ruwer, die an die VG-Verwaltung angegliedert ist. Sowohl in Ruwer als auch in Trier-Land hat man die Erfahrung gemacht, dass ein Großteil der Touristen gezielt wegen der schönen (Premium-)Wanderwege in die Region kommt.
2007 wurde der Saar-Hunsrück-Steig eröffnet, zwei Jahre später der Eifelsteig. Ein großer Anziehungspunkt sind die sogenannten Traumschleifen, die auf schmalen Wegen durch eine idyllische Natur führen.
Ähnlich positiv macht sich dieses Jahr auch die Bundesgartenschau in Koblenz bemerkbar, sagt Christiane Heinen von der Mosellandtouristik GmbH. Der längere Aufenthalt an ein und demselben Ort liege längst nicht mehr im Trend. Stattdessen erfreuten sich besonders Kurzurlaube und wechselnde Quartiere großer Beliebtheit. Radtouren von Trier nach Koblenz und an der Mosel entlang sind für viele Touristen nicht mehr aus der Urlaubsplanung wegzudenken.
Junge Familien und Rentner


Der Markt für Tagestrips in die Region werde bedeutsamer, bestätigt Albrecht Ehses, Geschäftsführer für Wein und Tourismus bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier. Oftmals würden kulturelle Unternehmungen mit kleineren Einkaufstouren verbunden.
Aus Sicht von Günther Schuh ist die Werbung bei Messen oder in Anzeigen mit dem Trend Radfahren und Wandern erfolgreich: "So erreichen wir ein sehr gemischtes Publikum. Von jungen Familien bis zu rüstigen Rentnern sei alles dabei."Kreis-Ausstieg: Bei all den guten Aussichten sitzt den Touristik-Vereinen der Region die Entscheidung des Landkreises Trier-Saarburg im Nacken, bei Marketingorganisationen auszusteigen (der TV berichtete). Zwar reagieren die Vereine mit Verständnis. Aber dass ein seit Jahren gut laufendes System neu strukturiert werden muss, bereitet Sorge. Die Vereine müssen den Verlust des Kreisbeitrags zum Jahresbudget kompensieren. "Dies wird in Zukunft kein lokal begrenztes Thema sein", gibt Albrecht Ehses, Geschäftsführer für Wein und Tourismus bei der IHK Trier, zu bedenken. Die künftige Finanzierung der Marketingmaßnahmen werde den kleinen Tourismus-Verein betreffen und ebenso auf Landesebene eine Rolle spielen. Immerhin sei es in finanzieller Hinsicht eine doppelte Belastung für die Kommunen, auf regionaler und auf überregionaler Ebene für entsprechende Werbung zu sorgen. eib