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Tanja Gräffs Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen Trierer Polizei - Studentin seit über sieben Jahren vermisst

Tanja Gräffs Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen Trierer Polizei - Studentin seit über sieben Jahren vermisst

Mehr als sieben Jahre nach dem spurlosen Verschwinden der Trie8rer Studentin Tanja Gräff hat die Mutter der Vermissten den Ermittlern schwere Versäumnisse vorgeworfen. "Wir haben nicht unversucht gelassen, den Fall aufzuklären", kontert Chef-Staatsanwalt Peter Fritzen.

Der spektakuläre Vermisstenfall machte bundesweit Schlagzeilen - und das über Monate hinweg: Anfang Juni 2007 verschwindet die 21-jährige Tanja Gräff nach einem Sommerfest an der Trierer Hochschule. Schon kurz darauf startet eine beispiellose Fahndungs- und Suchaktion der Polizei. Über 2000 Hinweise gingen ein, knapp 900 Spuren wurden von den Ermittlern verfolgt, unzählige Zeugen befragt, Dutzende Wälder, Gewässer und Häuser abgesucht. Alles vergeblich. "Es gibt keinen Tatort, keine Spuren, nichts, wo man ansetzen könnte", meinte 2012 der damalige Trierer Chef-Staatsanwalt Jürgen Brauer. Nur die Ahnung, die die Ermittler auch schon kurz nach Tanjas mysteriösem Verschwinden hatten: Die junge Frau ist wahrscheinlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen.

Viel mehr an Erkenntnissen haben die Ermittler siebeneinhalb Jahre nach dem mutmaßlichen Gewaltverbrechen allerdings nicht. Tanjas Mutter Waltraud Gräff gibt die Hoffnung dennoch nicht auf, dass das Schicksal ihres einzigen Kindes doch noch eines Tages geklärt werden kann. Und die Frau aus Korlingen (Kreis Trier-Saarburg) und ihr Rechtsanwalt Detlef Böhm erheben jetzt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler. So sei etwa das Umfeld von Tanjas damals noch neuem Freundeskreis nie durchleuchtet worden, kritisiert der Trierer Jurist, einigen Hinweisen sei darüber hinaus gar nicht oder erst viel zu spät nachgegangen worden. "Ich habe kein Vertrauen mehr in die Trierer Polizei", sagt Waltraud Gräff (58) und fordert, dass der Fall von einer anderen Dienststelle weiterbearbeitet wird."Dazu besteht kein Anlass", meint Triers neuer Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen und wehrt sich zugleich auch gegen die heftige Kritik. Es sei alles unternommen worden, den Fall Tanja Gräff aufzuklären oder zumindest einen Erfolg versprechenden Ermittlungsansatz zu finden, sagte Fritzen unserer Zeitung.

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