Tanz zu moldawischen Melodien

Tanz zu moldawischen Melodien

TRIER. (QO) Sie klatschen rhythmisch, gehen mit der Musik mit – nach 22 Uhr wird getanzt: Der Auftritt der Gruppe "Klezmer" Alliance wurde im großen Saal der Tufa begeistert gefeiert.

Die Instrumente stehen verlassen auf der Bühne, Nebel wallt auf... plötzlich sind sie da, die sechs zusammengewürfelten Musiker von "Klezmer Alliance". Klarinette & Co. legen los - ein furioser Auftakt mit "Europas heißester jiddischer Musik". "Efim Chorny is' a langer Loksch", witzelt Gitarrist Andreas Schmitges in bestem Jiddisch zum Publikum: Eine lange Nudel - "und doch komponiert er die ganze Zeit Lieder übers Essen." So erzählt "Klezmer Alliance" munter von Hamantaschen und Borschtsch, und auch den "Pomeranzen" (Kartoffeln) wurde ein Lied gewidmet. Jung und alt lassen sich von der schwungvoll-fröhlichen Musik mitreißen, kaum jemanden hält es ruhig auf seinem Stuhl. Leichtigkeit und Lebensfreude strömen sie aus: Die elegante Moldawierin Susan Gergus am Klavier, die Deutschen Bernd Spehl und Tomas Fritze, der britische Schlagzeuger Guy Schalom im Hintergrund. "A Nig'n", erklärt dieser, "is a song without lyrics. Enjoy!” Dramatisch fängt das Stück an, Flötentöne schweben über dem reichen Klangteppich. Man fühlt sich in einen verzauberten Wald versetzt, weit weg in Osteuropa. Die Melodie wird klagend, kündet vom Leben und Leiden im Schtetl, roter Nebel wallt auf. Endlich schmettert die Klarinette los, spontanes Mitklatschen im Saal. "Jeijeijeijei..." Das Stück endet in befreitem Jubel. "Gut, sehr gut!" schwärmt Izhak Solomon, Chorleiter der jüdischen Gemeinde Trier. Und er kenne den Sänger, vom Musikcollege damals. So findet ein kurzes, aber fröhliches Moldawier-Treffen in der Pause statt."Schejne Lieder kosten Blut", singt Chorny, bevor der Schlagzeuger seinen großen Auftritt hat: "Guy Schalom goes meshugge". "Klezmer Alliance" ist eine der wenigen Gruppen, die neue jiddische Lieder komponiert. Sie erzählt von "Kretschme und Papirossn", spielt ein "altes moldawisches Liedale" und eine "Wedding Suite": Jiddische Musik sei zum Großteil Hochzeits-Musik. Die Purim-Geschichte von Königin Esther und dem bösen Haman wird zu einem musikalischen Sketch, die Musiker offenbaren beachtliches komödiantisches Talent. Es folgt Zugabe um Zugabe, die Zuhörer im vollen Saal tanzen mit.

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